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  • Zelte, Brötchen, Hoffnung: Wie Kaster zusammensteht

    In Kaster, kaum einen Steinwurf von meinem Heimatdorf Königshoven entfernt, steht mitten in der Ressourcenschutzsiedlung ein weißes Zelt. Von meinem Haus aus sind es vielleicht 500 Meter dorthin – und doch fühlt sich der Weg in diesem Moment wie eine Reise in eine andere Welt an. Das Zelt ist zum Rettungsanker für jene geworden, die in einer einzigen Nacht ihr Zuhause, ihre Sicherheit, ihre Pläne verloren haben. Draußen rennen Kinder hinter einem Ball her, drinnen teilen Erwachsene Brötchen, Kaffee und die Last ihrer Tränen. Es sind Bilder der Nähe, des Trostes, der Stärke – und doch ahne ich, dass die wärmenden Worte nur eine dünne Decke sind. Sie schützen für Augenblicke, aber nicht über die langen, stillen Stunden hinaus. Wie tief die Verzweiflung dieser Familien wirklich reicht, kann ich kaum ermessen.

    Es wird Nachbarschaftshilfe organisiert. Unterstützung kommt von Mitbewohnern der Siedlung – denen, die nicht so betroffen sind, wie andere, der Stadt, einem Getränkemarkt, einem Supermarkt und zwei ansässigen Bäckereien. Mindestens 100 Menschen finden hier täglich Verpflegung und Trost. Für viele ist es mehr als eine Mahlzeit – es ist der Ort, an dem Verzweiflung geteilt werden darf.

    Hier leben ca. 130 Familien, die ihren Traum vom Eigenheim realisiert haben und zum Teil erst kurz (einige Wochen oder Monate) zuvor eingezogen waren. Die meisten sind schwer betroffen von dieser Katastrophe. Man mag sich nicht ausmalen, was das für die großenteils jungen Familien mit mehreren Kindern bedeutet.

    Währenddessen tragen Familien verschlammte Möbel und Erinnerungen in Container. Manche sprechen von Schäden in sechsstelliger Höhe, einige Häuser sind sogar unbewohnbar. Wer keine Küche mehr hat, ist auf das Zelt angewiesen. Die Stadt vermittelte bereits erste Wohnungen, weitere Menschen warten.

    Bürgermeister Sascha Solbach kündigte an, die neue Flüchtlingsunterkunft für Betroffene freizugeben. Spendenaktionen laufen, Fonds und Versicherungen sollen helfen. Doch nicht alle sind ausreichend versichert, die Angst vor Kündigungen der Policen wächst.

    Die Stadt denkt an Mauern, zusätzliche Rückhaltebecken, sogar an Waldrodung, um künftige Fluten abzufangen. Denn was fiel, war kein „normaler“ Regen: 160 Liter in sechs Stunden – ein Jahrhundertregen, der kein Jahrhundert brauchte, um Realität zu werden. Der Gesamtschaden allein in dieser Siedlung dürfte sich auf einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe belaufen.

    Die Kreissparkasse Köln bietet zinsfreie Kredite an. Der Kredit soll zinsfrei bei möglichen Beträgen zwischen 5.000 und 100.000 Euro sowie Laufzeiten von bis zu 120 Monaten sein.

    Eine zusätzliche Sperrgutabfuhr soll Entlastung bringen. Und für die Kinder organisiert die Stadt eine „Auszeit“ mit Spiel und Unterhaltung – kleine Inseln der Normalität inmitten des Chaos.

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  • Diesmal ging der Kelch in Form von Starkregen nicht an uns vorbei.

    Unwetter Starkregen

    Das war eine „tolle“ Nacht. Gestern Abend gings schon los. Starker Regen und einige Blitzeinschläge, die für taghelle Umgebung sorgten. Außerdem knallte es. Gewitter waren halt auch unterwegs. Die Internetverbindung war kurzfristig unterbrochen. Aber das alles war nichts gegen den Regen, der in unserer Region niederprasselte. Heute heißt es, dass beispielsweise in Weiler-Hohenholz, einem kleinen Örtchen, das zum Stadtgebiet Bedburg zählt und das keine 4 km von uns entfernt ist, über 140 Liter/qm niedergingen. Die vorausgesagten Niederschläge lagen laut Wetterbericht zwischen 60 und 80 Litern/qm. Es wurde zum Teil sehr viel mehr. Man sollte auf Kachelmann hören – jedenfalls beim Wetter.

    Wir gingen erst gegen 2.00 Uhr heute Morgen zu Bett und wurden zwischen drei und vier von unserer Nachbarin geweckt. Unser Keller war vollgelaufen. Nicht übertreiben, lieber Horst! Ich glaube, mehr als zwei bis drei Zentimeter waren es nicht. Dafür verteilten sich Schlick und Regenwasser gleichmäßig in allen Kellerräumen. Der Geruch war immerhin einigermaßen erträglich. Das mag allerdings auch an meinem leichten Schnupfen gelegen haben.

    Die Feuerwehr war alarmiert, nur hatte die mit parallel über 100 Einsatzorten ihre liebe Müh‘. Wir waren also auf uns angewiesen und das war angesichts der vergleichsweise begrenzten Wassermenge voll OK. Zum Glück besitzt unser Nachbar einen Industriestaubsauger. Der war heute wirklich Gold wert. Trotzdem haben wir so manchen Eimer mit Wasser und Schlick aus dem Keller getragen, das wir etwas mühsam mit handelsüblichen Wasserschiebern quasi von Hand aufsammelten. Nach ungefähr zwei 1/2 Stunden waren sechs Kellerräume, Waschküche und Heizungskeller fast wie neu. Das war eine gute Teamleistung. Auch, wenn man bedenkt, dass die meisten von uns schon über 70 Jahre alt sind. Im Fahrradkeller war merkwürdigerweise kein Wasser eingedrungen.

    Andere Bewohner unseres Städtchens hatten weniger Glück. Gleich nebenan wohnt ein Mann, der gesundheitlich sehr angeschlagen ist. Er wohnt in einer Souterrain-Wohnung und war über Nacht zur Dialyse im Krankenhaus. Dieser Prozedur unterzieht er sich alle zwei Tage. Er wurde in der Nacht von seinem Nachbarn telefonisch geweckt, weil – wie bei ihm selbst – die komplette Wohnung unter Wasser stand (50 cm hoch), erzählte er mir. Teile des Wohnungsinventars lagen bereits auf der Wiese vor dem Haus. Man hat eine Idee davon, welche Wunden solche Erfahrungen reißen können. Wenn dann auch noch solche Bedingungen hinzukommen, ist die Erfahrung doppelt schlimm.

    In einem Ortsteil wurden ganze Häuser evakuiert, weil ein Bach (Pützer Bach) zu einem reißenden Fluss mutiert ist. In eine Ressourcensiedlung (siehe obiger Link), die erst vor kurzer Zeit fertiggestellt und bezogen wurde, ist das Wasser mit aller Macht eingedrungen. Zum Glück haben die Maßnahmen zu ihrem Schutz wohl das Schlimmste verhindert. Die Aufräumarbeiten werden allerdings intensiv und vielleicht einigermaßen langwierig.

    Mich stört an diesem Fall, dass erst vor einer kurzen Zeit eine andere Neubausiedlung im Stadtgebiet ebenfalls von einem Starkregenereignis getroffen wurde. Ein hinter dieser Siedlung liegendes Feld hatte sich quasi verselbständigt. Matsch und Wasser waren nicht aufzuhalten. Das geschah ebenfalls, kurz nachdem die Leute ihre neuen Häuser bezogen hatten. Das ist wirklich schrecklich.

    Wir wissen alle, wie teuer heutzutage Häuser sind und auch wie gefragt, neuer Wohnraum ist. Diesbezüglich ist in unserer Stadt viel passiert und ich führe das vor allem auch auf das große Engagement unseres Bürgermeisters zurück. Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, wie es sein kann, dass bei Neubauten und den damit verbundenen Infrastrukturmaßnahmen die Möglichkeit von Starkregenereignissen womöglich unzureichend berücksichtigt wurde.

    Wie kann es sonst sein, dass insbesondere in den erwähnten Neubaugebieten die Folgen des Starkregens besonders krass hervorgetreten sind? Das wird sicher nicht nur mich beschäftigen! Und am kommenden Sonntag sind Kommunalwahlen. Der alte Bürgermeister will (und soll!) auch der neue sein. Jedenfalls werde ich ihn wählen. Das Unglück kommt für ihn sicher zur Unzeit, weil wohl nicht nur die betroffenen Siedlungsbewohner Fragen hinsichtlich der Verantwortung haben dürften. Ich hoffe, dass der Gegenkandidat fair bleibt und auch, dass die AfD, die das nach meinem Gefühl wenige Tage vor dem Wahltag wohl thematisieren wird, dieses Unglück nicht wie üblich ausschlachtet.

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  • Kann man’s wissen?

    Ich sehe mit größter Befriedigung, wie mies der Wahlkampf hier für die AfD läuft. Alle Stände sind schlecht bis mittelmäßig besucht, mal mehr, mal weniger Leute. Man kann Kulis und Lesestoff abgreifen, was die Leute ganz bestimmt dazu bringt, ihr Kreuz an der richtigen Stelle zu machen. Die Leute gehen schon überall hin, nur halt nicht zum AfD – Stand. Egal, wo er aufgebaut ist. Mir scheint, die Stände sind immer etwas abseits. Nun, das ist wohl Programm. Nicht nur im übertragenen Sinne. Hoffentlich wählen die Leute nächste Woche auch entsprechend und tun nicht nur so, als ob sie die nicht mögen. Weiß man’s?

    Übrigens, gestern war ich im Zirkus. Seit Jahren mal wieder. Es war toll. Meine Großnichte und ihre Schulkameradinnen und Schulkameraden waren auch dabei. Toll, was der Zirkus und die Kinder aus den Vorstellungen machen. Toll. Mir hats sogar vor Rührung eine Träne ins Auge gehoben. Aber das ist ja nicht selten so.

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  • Frischer Wind im Schlosspark: Warum Bedburgs neues Juwel uns optimistisch stimmt

    Neues Leben im Schlosspark Bedburg: Ein Spaziergang zwischen Hoffnung und Herausforderung

    Heute Mittag stand für meine Frau und mich ein kleiner, aber feiner Ausflug auf dem Programm: der erste Abschnitt des erneuerten Schlossparks in Bedburg. Wir waren gespannt – und wurden positiv überrascht. Die Veränderungen wirken nicht nur optisch ansprechend, sondern schaffen auch eine Atmosphäre, die das Zeug hat, die Leute mehr als es bisher der Fall war, in den Schlosspark zu locken und dort an warmen Tagen ein Buch zu lesen oder eine lockere Unterhaltung mit der Begleitung oder neuen Bekannten zu führen. Doch während wir die frischen Wege entlangspazierten, schlich sich ein Gedanke in unsere Köpfe: Wie lange bleibt dieser Glanz erhalten?

    Ein Park mit neuem Charme

    Der erste Abschnitt der Erneuerung zeigt, was möglich ist, wenn Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen. Die neuen Sitzgruppen und großzügigen Bänke wirken einladend. Gut dimensionierte und stabile Mülleimer sollten sogar den Angriffen mancher Vandalen standhalten. Das hoffen wir jedenfalls.

    Was uns besonders freut: Der Park wirkt bereits jetzt wie ein Ort der Begegnung. Familien, Spaziergänger und schon jetzt nutzen einige wenige Jogger bereits die neuen Wege – ein Zeichen dafür, dass die Erneuerung nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch funktioniert.

    Die Sorge im Hintergrund

    Doch wo Licht ist, wirft auch der Schatten seine Fragen auf. Bedburg kennt das Problem des Vandalismus, und die Investitionen in den Schlosspark sind nicht ohne. Es wäre schade, wenn mutwillige Zerstörung die Freude über die Neugestaltung schnell trüben würde. Ob die Stadt über die nötigen Ressourcen verfügt, um die Überwachung zu verstärken? Es wäre eine notwendige Maßnahme, die wirken könnte. Ich fürchte, das ist nicht der Fall.

    Denn eines ist klar: Ein solches Projekt lebt von der Gemeinschaft. Es sind die Menschen, die den Park nutzen, pflegen und wertschätzen, die über seinen langfristigen Erfolg entscheiden. Vielleicht ist das sogar eine Chance – ein Anstoß, das Miteinander in Bedburg weiter zu stärken.

    Ein Appell an alle

    Unser Spaziergang endete mit einem Lächeln und der Hoffnung, dass der Schlosspark auch in Zukunft so strahlt wie heute. Dafür braucht es nicht nur die Arbeit der Stadt, sondern auch das Engagement jedes Einzelnen. Wer den Park besucht, sollte sich bewusst sein: Hier entsteht etwas Besonderes. Etwas, das uns alle stolz machen kann – wenn wir es gemeinsam schützen.

    Meine Frau und ich werden wiederkommen. Der Schlosspark in Paffendorf könnte „Konkurrenz“ bekommen.


    Infos zum Thema

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  • Durchatmen: Ein paar Stunden am See

    Hier habe ich heute einen Teil meines Nachmittages verbracht. Die Bank lädt – wie es so schön heißt – zum Verweilen ein. Nun, das stimmt in diesem Fall ganz sicher.

    Die Bank ist oft besetzt, der Platz begehrt. Ich hatte Glück. Der Wind spielte in den Blättern, das Wasser war ruhig. Ihr könnt es hören.

    Klar – hatte ich meine Kamera dabei.

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  • Der neue Verkehrsfluss: Schneller wird’s nicht mehr

    Man kann ja nicht sagen, dass in unserer Stadt nichts passiert. Nein, hier wird angepackt, durchgeplant, verändert – mit einer Gründlichkeit, die sonst nur Gartenzäunen und Einwohnermeldeamtsformularen zuteilwird. Es begann mit einer Parkplatzoffensive: Die Geschäftsleute hatten geklagt, der Umsatz sei rückläufig.

    Also her mit mehr Parkplätzen! Und weil „normal“ ja langweilig ist, wurden gleich ein paar schicke neue Parkscheinfallen, pardon: Parktaschen eingerichtet – dort, wo es schön eng und unübersichtlich ist. Besonders beliebt bei SUV-Fahrern, die beim Ausparken regelmäßig einen städtischen Hauch von Risiko und Nervenkitzel verbreiten.

    Rechts vor Wahnsinn

    Doch damit nicht genug! Unsere Hauptstraße war seit Jahrzehnten Vorfahrtstraße durch und durch. Das fand jetzt sein Ende. Jetzt gilt an zwei Stellen rechts vor links.

    Doch keine Panik. Die zuvor erwähnten Parktaschen sorgen bereits für eine so nachhaltige Verlangsamung des Verkehrsflusses, dass selbst Verkehrssünder genug Zeit haben, beim Ignorieren der Vorfahrt noch der eine oder andere Einkauf getätigt werden kann. Unfallgefahr? Bisher wohl niedrig. Nervenbelastung? Hoch. Satirisches Potenzial? Noch höher.

    Die Krönung: Tempo 20 – aus Liebe zur Bürgernähe

    Aber nun kommt’s ganz dick. Die Stadtverwaltung – stets am Puls der Bremsspur – hat Tempo 20 im gesamten Ort beschlossen. Da gehts nicht nur ums Tempo. Das ist sicher eine kommunalpolitische Philosophie, ein entschleunigter Gesellschaftsvertrag, eine Art verkehrstechnisches Waldbaden.

    Bald werden wir davon hören, dass jemand es gewagt hat, beim Rasen in der Tempo-20-Zone einen Schmetterling zu überholen. Der Fall wird ggf. in der Ethikkommission anhängig werden.

    Ironie oder Idealismus?

    Natürlich, alles soll der Sicherheit dienen. Und wer könnte dagegen sein? Ich – über 70 und keineswegs auf Krawall gebürstet – möchte das ja auch. Aber vielleicht wäre es doch schön gewesen, mal jemandem zuzuhören, der nicht jeden Straßenbelag für eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung hält.

    Denn so liebevoll wie unsere Stadt sich dem Thema „Verkehrsführung“ widmet, so konsequent ignoriert sie die Frage, ob langsamer auch automatisch besser bedeutet. Manchmal hat man das Gefühl, dass bei uns alles mitbedacht wird – nur nicht der gesunde Menschenverstand. Politik macht Spaß. Aber so richtig. Bald sind Neuwahlen des Bürgermeisters. Ob sich die Bürger dankbar für so viel Fürsorge zeigen?

    Ein Hoch auf den städtischen Schleichverkehr

    Ich freue mich jedenfalls schon auf das erste Tempo-5-Pilotprojekt im verkehrsberuhigten Kreisverkehr. Vielleicht mit Blümchen auf dem Asphalt und einem Entspannungsgong bei der Ortseinfahrt. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

    Ich fürchte nur, dass der Umsatz des klagenden Einzelhandels, um den es ursprünglich ja einmal ging, seitdem nicht gestiegen ist. Der Frust dafür allerdings schon. Aber es wird wohl bestimmt in den Fraktionen des Rates auch Personen geben, die voll zufrieden sind mit den Maßnahmen der Stadt.

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  • Kritik mit Kalkül? – Wenn Naturschutz politisch wird

    Ich hatte das Thema gerade erst. Es geht wieder um meine Stadt und Angriffe auf Bürgermeister und Verwaltung. Dieses Mal kommen sie vonseiten des Naturschutzbeauftragten, Rolf Thiemann. Natürlich werden sie auch in diesem Fall öffentlich vorgetragen — in einem offenen Brief, der an die Medien ging.

    Wiederholte Kritik – diesmal vom Naturschutzbeauftragten

    Stadt Bedburg 2020
    Stadt Bedburg 2020

    Verhaltener Widerhall, aber scharfer Ton

    Nun, die Resonanz auf den offenen Brief scheint mir ziemlich verhalten zu sein. Aber dennoch fällt die Häufigkeit und die Härte auf, mit der Entscheidungen der Stadt kritisiert werden. Ich erwähnte, dass hier bald Kommunalwahlen (im September 2025) abgehalten werden. Vielleicht ist das eine Erklärung. Man möchte den schon einmal unterlegenen Kandidaten der CDU vielleicht pushen und greift deshalb zu übermäßiger, vor allem jedoch unfairer Kritik.

    Wahlkampf durch die Hintertür?

    Diesen Satz hat der CDU-Kandidat erst kürzlich formuliert. Mich erinnert er doch sehr an überkritische Bemerkungen einiger Bürger (bei Facebook):

    „Wir brauchen mehr Bedburg und weniger persönliche Visionen.“

    Michael Stupp, CDU-Kandidat

    Eine Anspielung dieser Art kommt auch im offenen Brief von Herrn Thiemann vor:

    „Wir können nur an unsere Stadtoberhäupte appellieren: Bleiben Sie auf dem Teppich und schaffen wieder eine attraktive Wohnqualität für ihre Bürger und keine mit Gewalt versuchte Großstadtatmosphäre.“

    Naturschutzberater Rolf Thiemann

    Fördermittel und der Vorwurf persönlicher Ambitionen

    Hier soll vielleicht der Eindruck erweckt werden, dass persönliche Ambitionen unseres Bürgermeisters Vorrang gegenüber sachgerechten Entscheidungen hätten. Den Vorwurf: »Nur weil es Fördergelder« gibt, halte ich angesichts des Strukturbruchs in unserer Region und des zu findenden Umgangs damit für befremdlich.

    „Mit großem Bedauern und Erschrecken haben wir in der Presse gelesen, dass am Bahnhof Bedburg die Grünfläche vom Vorplatz versiegelt und bebaut wird. Nur weil es Fördergelder gibt.“

    Naturschutzberater Rolf Thiemann

    Was steckt hinter der Kritik?

    Das mag alles anders sein und sozusagen ohne Zusammenhang der normale Ablauf kritischer Auseinandersetzungen in diesen schwierigen Zeiten sein. Ich finde, man sollte genau überlegen und ggf. würdigen, dass hinter dieser wuchernden Kritik mehr stecken könnte.

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  • Aus für das Kluster: Was bleibt, wenn 160 Arbeitsplätze gehen?

    Ganz überraschend erfahren wir heute, dass das Krankenhaus in unserer Stadt (von Älteren liebevoll Kluster genannt) zum Ende dieses Monats geschlossen wird. 160 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, 80 Betten bleiben leer.

    Meine Schwester schickte mir heute Nachmittag den Link. Manche in der Stadt äußerten die Hoffnung, es handle sich vielleicht um Fake News. Das ist leider nicht der Fall.

    So schnell kann es gehen. Ich möchte meine (nicht eben positiven) persönlichen Erfahrungen und die meiner Familie hier nicht ausbreiten. Mein Bedauern über die Schließung hält sich in Grenzen. Und das völlig ideologiefrei.

    Mulmig wird mir allerdings auf der anderen Seite, wenn ich mir die Frage vorlege, welche Notfallambulanz als Alternative noch zur Verfügung steht. Bergheim (ca. 10 km) – nun ja, Frechen (ca. 30 km) – auch nicht anders. Grevenbroich wäre meine Option. Aber die Notfallambulanz dort soll ebenfalls geschlossen werden. Allerdings ist die Entscheidung wohl noch nicht endgültig.

    Im vorliegenden Fall soll die Schließung das Ergebnis der von NRW-Gesundheitsminister Laumann durchgeführten Krankenhausplanung sein. Die von Prof. Lauterbach (Bundesgesundheitsminister) initiierte Krankenhausreform ist also demnach nicht für die Schließung des Krankenhauses verantwortlich.

    Das, was um uns herum vor sich geht, macht mich schon sehr nervös, muss ich sagen. Deutschland erkenne ich nicht mehr wieder.

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  • …und die ganze Vogelschar

    Meine Fotos behaupten vielleicht etwas anderes. Mir fällt allerdings schon seit einer Weile auf, dass es wenig Vögel in unserer Gegend gibt. Das hat im Spätsommer begonnen und die Erklärungen, die ich bisher dazu gefunden habe, überzeugen mich nicht. Irgendwas stimmt nicht.

    Ja, die größeren Wasservögel sieht man natürlich eher als kleinere. Wenn aber die zahlreichen Amseln, Buchfinken und Meisen plötzlich verschwunden zu sein scheinen, macht mich das nachdenklich. Vielleicht ist unsere Gegend nun wirklich nicht die beste Umgebung für Tiere. Die Rheinbraun-Kultivierungsmaßnahmen haben uns nur so etwas wie Waldstreifen gelassen. Die früher auch hier einmal vorhandenen zusammenhängenden Wälder sind seit Jahrzehnten verschwunden.

    Neubaugebiete bringen nicht nur mehr Wohnraum, der so dringend gebraucht wird. Es siedeln sich damit auch mehr Menschen an. Unsere Kleinstadt wächst, die Flächenversiegelung nahm logischerweise zu. Außerdem nimmt der Lärm zu. Die wenigen schmalen Waldstreifen, die je nach Ausprägung nur wenige Hundert Meter breit sind, bringen nicht die für Tiere erforderliche Ruhe mit.

    Allerdings wird auch diese Entwicklung vermutlich keine hinreichende Begründung dafür sein, dass ich ein mulmiges Gefühl habe. Ich hatte hier erzählt, dass wir uns ein neues Vogelhaus zugelegt haben. Nun, es ist nicht so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht habe. Die Vogelmutter hat sich mit einer etwas kleineren Version angefreundet. Aufgebaut und geladen ist es, nur die Vögel kommen (noch) nicht. Wir haben erst ein, zwei Meisen gesehen. Das ist auch wirklich ungewöhnlich, wenngleich die Natur den Zaungästen noch hinreichend Nahrung bietet. Da sind sie auf ein Vogelhäuschen mehr oder weniger nicht angewiesen.

    Ich hoffe, dass mein Eindruck nur darauf zurückzuführen ist, dass ich meine Umgebung weitaus intensiver scanne, als ich das getan habe, bevor ich mit dem Fotografieren begonnen habe. Außerdem gibt es ja immer noch Gegenden, in denen auch kleine Vögel häufig vorkommen. 🐥🐥🦅🦜🐤

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  • Real, Globus, Kaufland – wer will?

    Vor ein paar Monaten las ich in der „Lebensmittel-Zeitung“, die mir aus meinen beruflichen Zeiten ein wichtiges und zuverlässiges Medium war, dass Globus ihre Kaufhalle in Bedburg schon wieder verkaufen wolle. Die Information wurde in Bedburg abgetan als Gerücht. Vom Unternehmen selbst gäbe es für diese Pläne zunächst auch keine Bestätigung.

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    Jetzt ist es amtlich. Nach Real (früher Metro) stellt auch Globus fest, dass die Fläche (4000 qm) nicht die gewünschten Erträge („nicht wirtschaftlich“) bringt. Man beabsichtigt, den Standort mit einigen weiteren an Kaufland zu verkaufen abzugeben. Ob das gelingt, steht in den Sternen. Auch in diesem Fall könnte das Kartellamt den Verkauf verhindern. Alles schon dagewesen. Einige weitere Märkte sind ebenfalls von diesem Plan betroffen. Noch im letzten Jahr feierte man die Eröffnung eines Marktes in Wesel. Dieser wird nun (ein Jahr später) ebenfalls verkauft. Oder vielleicht auch geschlossen?

    Vor Jahren wurde auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik (Stilllegung: 31. März 1997) unter anderem ein Real-Verbrauchermarkt (Kette früher Metro, jetzt in Liquidation) eröffnet.

    Dass der Realmarkt damals in Zentrumsnähe eröffnet wurde, veranlasste den Rewe-Konzern, ebenfalls aus Rentabilitätsgründen, den neu entstandenen Jumbo-Markt im Zentrum des Städtchens zu schließen. Das geschah, obwohl der Mietvertrag, soweit ich es weiß, noch Jahre weiterlief. Für den Jumbo hatte die Stadt den sogenannten (schönen) Internatsplatz planiert. Es gab damals ein Bürgerbegehren, das keinerlei Wirkung hatte.

    In Bedburg hatte man auch schon eine Einkaufspassage ausprobiert. Der Erfolg war überschaubar. Einige Jahre danach hat man diese quasi zugemauert. In Bergheim hat man vor ein paar Jahren das „Intro“ (Einkaufszentrum) erbaut – gegen den Widerstand vieler Bürger. Was hört man von dort? Es läuft schlecht. Ich erwarte, dass angesichts der Lage Deutschlands und der auch durch die wachsende Kaufzurückhaltung neue Geschäftsaufgaben vor uns liegen. Was sich in Statistiken nicht schön liest, hat seine Konsequenzen für unsere Innenstädte, die wirklich nicht schön anzusehen sind. Mit noch mehr Verkaufsflächen werden Schwierigkeiten dieser komplexen Natur kaum zu lösen sein. Warum denken Politiker in unseren Städten, dass dies anders wäre?

    Man kann an Bergheim sehen, wohin politische Fehlentscheidungen führen; in Grevenbroich werden ganze Einkaufszentren geschlossen, weil es dort zuletzt nur noch Leerstände gibt. Ich hörte, dass dort Wohnungen entstehen sollen. Hoffentlich sind die dann auch bezahlbar! Das ist alles hoch deprimierend für jeden, der die Entwicklung wahrnehmen und nicht schon in Agonie verfallen ist.

    Über neue Verkaufsflächen im innerstädtischen Bereich entscheidet in der Regel die kommunale Verwaltung. Konkret sind das oft folgende Instanzen:

    1. Stadt- bzw. Gemeinderat: Das wichtigste Gremium, das über städtische Entwicklungen und Änderungen im Flächennutzungsplan entscheidet. Hier werden größere Projekte und Änderungen von Verkaufsflächen häufig beschlossen.
    2. Stadtplanungsamt: Dieses Amt ist für die städtebauliche Entwicklung und die Planung von Bebauungsplänen verantwortlich. Es führt die Vorarbeiten durch und erstellt Vorschläge, die dann zur Abstimmung an den Stadtrat weitergeleitet werden.
    3. Bauordnungsamt: Überprüft und genehmigt Bauanträge, darunter auch solche für neue Verkaufsflächen, und sorgt dafür, dass die Bebauung den rechtlichen und städtebaulichen Vorgaben entspricht.
    4. Wirtschaftsförderung der Stadt: Kann ebenfalls Einfluss nehmen, da sie das wirtschaftliche Interesse der Stadt fördert und möglicherweise auch bei der Planung neuer Verkaufsflächen berät.
    5. Regionale Entwicklungs- oder Raumordnungsbehörden (je nach Bundesland): In einigen Fällen, besonders bei größeren oder regional bedeutenden Projekten, können auch übergeordnete Behörden mit einbezogen werden, um sicherzustellen, dass die Planung mit regionalen Entwicklungszielen übereinstimmt.

    In der Praxis gibt es häufig eine enge Abstimmung zwischen diesen Instanzen, und je nach Größe und Bedeutung des Projekts kann auch die Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich sein.

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