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  • Frischer Wind im Schlosspark: Warum Bedburgs neues Juwel uns optimistisch stimmt

    Neues Leben im Schlosspark Bedburg: Ein Spaziergang zwischen Hoffnung und Herausforderung

    Heute Mittag stand für meine Frau und mich ein kleiner, aber feiner Ausflug auf dem Programm: der erste Abschnitt des erneuerten Schlossparks in Bedburg. Wir waren gespannt – und wurden positiv überrascht. Die Veränderungen wirken nicht nur optisch ansprechend, sondern schaffen auch eine Atmosphäre, die das Zeug hat, die Leute mehr als es bisher der Fall war, in den Schlosspark zu locken und dort an warmen Tagen ein Buch zu lesen oder eine lockere Unterhaltung mit der Begleitung oder neuen Bekannten zu führen. Doch während wir die frischen Wege entlangspazierten, schlich sich ein Gedanke in unsere Köpfe: Wie lange bleibt dieser Glanz erhalten?

    Ein Park mit neuem Charme

    Der erste Abschnitt der Erneuerung zeigt, was möglich ist, wenn Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen. Die neuen Sitzgruppen und großzügigen Bänke wirken einladend. Gut dimensionierte und stabile Mülleimer sollten sogar den Angriffen mancher Vandalen standhalten. Das hoffen wir jedenfalls.

    Was uns besonders freut: Der Park wirkt bereits jetzt wie ein Ort der Begegnung. Familien, Spaziergänger und schon jetzt nutzen einige wenige Jogger bereits die neuen Wege – ein Zeichen dafür, dass die Erneuerung nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch funktioniert.

    Die Sorge im Hintergrund

    Doch wo Licht ist, wirft auch der Schatten seine Fragen auf. Bedburg kennt das Problem des Vandalismus, und die Investitionen in den Schlosspark sind nicht ohne. Es wäre schade, wenn mutwillige Zerstörung die Freude über die Neugestaltung schnell trüben würde. Ob die Stadt über die nötigen Ressourcen verfügt, um die Überwachung zu verstärken? Es wäre eine notwendige Maßnahme, die wirken könnte. Ich fürchte, das ist nicht der Fall.

    Denn eines ist klar: Ein solches Projekt lebt von der Gemeinschaft. Es sind die Menschen, die den Park nutzen, pflegen und wertschätzen, die über seinen langfristigen Erfolg entscheiden. Vielleicht ist das sogar eine Chance – ein Anstoß, das Miteinander in Bedburg weiter zu stärken.

    Ein Appell an alle

    Unser Spaziergang endete mit einem Lächeln und der Hoffnung, dass der Schlosspark auch in Zukunft so strahlt wie heute. Dafür braucht es nicht nur die Arbeit der Stadt, sondern auch das Engagement jedes Einzelnen. Wer den Park besucht, sollte sich bewusst sein: Hier entsteht etwas Besonderes. Etwas, das uns alle stolz machen kann – wenn wir es gemeinsam schützen.

    Meine Frau und ich werden wiederkommen. Der Schlosspark in Paffendorf könnte „Konkurrenz“ bekommen.


    Infos zum Thema

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  • Durchatmen: Ein paar Stunden am See

    Hier habe ich heute einen Teil meines Nachmittages verbracht. Die Bank lädt – wie es so schön heißt – zum Verweilen ein. Nun, das stimmt in diesem Fall ganz sicher.

    Die Bank ist oft besetzt, der Platz begehrt. Ich hatte Glück. Der Wind spielte in den Blättern, das Wasser war ruhig. Ihr könnt es hören.

    Klar – hatte ich meine Kamera dabei.

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  • Der neue Verkehrsfluss: Schneller wird’s nicht mehr

    Man kann ja nicht sagen, dass in unserer Stadt nichts passiert. Nein, hier wird angepackt, durchgeplant, verändert – mit einer Gründlichkeit, die sonst nur Gartenzäunen und Einwohnermeldeamtsformularen zuteilwird. Es begann mit einer Parkplatzoffensive: Die Geschäftsleute hatten geklagt, der Umsatz sei rückläufig.

    Also her mit mehr Parkplätzen! Und weil „normal“ ja langweilig ist, wurden gleich ein paar schicke neue Parkscheinfallen, pardon: Parktaschen eingerichtet – dort, wo es schön eng und unübersichtlich ist. Besonders beliebt bei SUV-Fahrern, die beim Ausparken regelmäßig einen städtischen Hauch von Risiko und Nervenkitzel verbreiten.

    Rechts vor Wahnsinn

    Doch damit nicht genug! Unsere Hauptstraße war seit Jahrzehnten Vorfahrtstraße durch und durch. Das fand jetzt sein Ende. Jetzt gilt an zwei Stellen rechts vor links.

    Doch keine Panik. Die zuvor erwähnten Parktaschen sorgen bereits für eine so nachhaltige Verlangsamung des Verkehrsflusses, dass selbst Verkehrssünder genug Zeit haben, beim Ignorieren der Vorfahrt noch der eine oder andere Einkauf getätigt werden kann. Unfallgefahr? Bisher wohl niedrig. Nervenbelastung? Hoch. Satirisches Potenzial? Noch höher.

    Die Krönung: Tempo 20 – aus Liebe zur Bürgernähe

    Aber nun kommt’s ganz dick. Die Stadtverwaltung – stets am Puls der Bremsspur – hat Tempo 20 im gesamten Ort beschlossen. Da gehts nicht nur ums Tempo. Das ist sicher eine kommunalpolitische Philosophie, ein entschleunigter Gesellschaftsvertrag, eine Art verkehrstechnisches Waldbaden.

    Bald werden wir davon hören, dass jemand es gewagt hat, beim Rasen in der Tempo-20-Zone einen Schmetterling zu überholen. Der Fall wird ggf. in der Ethikkommission anhängig werden.

    Ironie oder Idealismus?

    Natürlich, alles soll der Sicherheit dienen. Und wer könnte dagegen sein? Ich – über 70 und keineswegs auf Krawall gebürstet – möchte das ja auch. Aber vielleicht wäre es doch schön gewesen, mal jemandem zuzuhören, der nicht jeden Straßenbelag für eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung hält.

    Denn so liebevoll wie unsere Stadt sich dem Thema „Verkehrsführung“ widmet, so konsequent ignoriert sie die Frage, ob langsamer auch automatisch besser bedeutet. Manchmal hat man das Gefühl, dass bei uns alles mitbedacht wird – nur nicht der gesunde Menschenverstand. Politik macht Spaß. Aber so richtig. Bald sind Neuwahlen des Bürgermeisters. Ob sich die Bürger dankbar für so viel Fürsorge zeigen?

    Ein Hoch auf den städtischen Schleichverkehr

    Ich freue mich jedenfalls schon auf das erste Tempo-5-Pilotprojekt im verkehrsberuhigten Kreisverkehr. Vielleicht mit Blümchen auf dem Asphalt und einem Entspannungsgong bei der Ortseinfahrt. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

    Ich fürchte nur, dass der Umsatz des klagenden Einzelhandels, um den es ursprünglich ja einmal ging, seitdem nicht gestiegen ist. Der Frust dafür allerdings schon. Aber es wird wohl bestimmt in den Fraktionen des Rates auch Personen geben, die voll zufrieden sind mit den Maßnahmen der Stadt.

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  • Kritik mit Kalkül? – Wenn Naturschutz politisch wird

    Ich hatte das Thema gerade erst. Es geht wieder um meine Stadt und Angriffe auf Bürgermeister und Verwaltung. Dieses Mal kommen sie vonseiten des Naturschutzbeauftragten, Rolf Thiemann. Natürlich werden sie auch in diesem Fall öffentlich vorgetragen — in einem offenen Brief, der an die Medien ging.

    Wiederholte Kritik – diesmal vom Naturschutzbeauftragten

    Stadt Bedburg 2020
    Stadt Bedburg 2020

    Verhaltener Widerhall, aber scharfer Ton

    Nun, die Resonanz auf den offenen Brief scheint mir ziemlich verhalten zu sein. Aber dennoch fällt die Häufigkeit und die Härte auf, mit der Entscheidungen der Stadt kritisiert werden. Ich erwähnte, dass hier bald Kommunalwahlen (im September 2025) abgehalten werden. Vielleicht ist das eine Erklärung. Man möchte den schon einmal unterlegenen Kandidaten der CDU vielleicht pushen und greift deshalb zu übermäßiger, vor allem jedoch unfairer Kritik.

    Wahlkampf durch die Hintertür?

    Diesen Satz hat der CDU-Kandidat erst kürzlich formuliert. Mich erinnert er doch sehr an überkritische Bemerkungen einiger Bürger (bei Facebook):

    „Wir brauchen mehr Bedburg und weniger persönliche Visionen.“

    Michael Stupp, CDU-Kandidat

    Eine Anspielung dieser Art kommt auch im offenen Brief von Herrn Thiemann vor:

    „Wir können nur an unsere Stadtoberhäupte appellieren: Bleiben Sie auf dem Teppich und schaffen wieder eine attraktive Wohnqualität für ihre Bürger und keine mit Gewalt versuchte Großstadtatmosphäre.“

    Naturschutzberater Rolf Thiemann

    Fördermittel und der Vorwurf persönlicher Ambitionen

    Hier soll vielleicht der Eindruck erweckt werden, dass persönliche Ambitionen unseres Bürgermeisters Vorrang gegenüber sachgerechten Entscheidungen hätten. Den Vorwurf: »Nur weil es Fördergelder« gibt, halte ich angesichts des Strukturbruchs in unserer Region und des zu findenden Umgangs damit für befremdlich.

    „Mit großem Bedauern und Erschrecken haben wir in der Presse gelesen, dass am Bahnhof Bedburg die Grünfläche vom Vorplatz versiegelt und bebaut wird. Nur weil es Fördergelder gibt.“

    Naturschutzberater Rolf Thiemann

    Was steckt hinter der Kritik?

    Das mag alles anders sein und sozusagen ohne Zusammenhang der normale Ablauf kritischer Auseinandersetzungen in diesen schwierigen Zeiten sein. Ich finde, man sollte genau überlegen und ggf. würdigen, dass hinter dieser wuchernden Kritik mehr stecken könnte.

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  • Aus für das Kluster: Was bleibt, wenn 160 Arbeitsplätze gehen?

    Ganz überraschend erfahren wir heute, dass das Krankenhaus in unserer Stadt (von Älteren liebevoll Kluster genannt) zum Ende dieses Monats geschlossen wird. 160 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, 80 Betten bleiben leer.

    Meine Schwester schickte mir heute Nachmittag den Link. Manche in der Stadt äußerten die Hoffnung, es handle sich vielleicht um Fake News. Das ist leider nicht der Fall.

    So schnell kann es gehen. Ich möchte meine (nicht eben positiven) persönlichen Erfahrungen und die meiner Familie hier nicht ausbreiten. Mein Bedauern über die Schließung hält sich in Grenzen. Und das völlig ideologiefrei.

    Mulmig wird mir allerdings auf der anderen Seite, wenn ich mir die Frage vorlege, welche Notfallambulanz als Alternative noch zur Verfügung steht. Bergheim (ca. 10 km) – nun ja, Frechen (ca. 30 km) – auch nicht anders. Grevenbroich wäre meine Option. Aber die Notfallambulanz dort soll ebenfalls geschlossen werden. Allerdings ist die Entscheidung wohl noch nicht endgültig.

    Im vorliegenden Fall soll die Schließung das Ergebnis der von NRW-Gesundheitsminister Laumann durchgeführten Krankenhausplanung sein. Die von Prof. Lauterbach (Bundesgesundheitsminister) initiierte Krankenhausreform ist also demnach nicht für die Schließung des Krankenhauses verantwortlich.

    Das, was um uns herum vor sich geht, macht mich schon sehr nervös, muss ich sagen. Deutschland erkenne ich nicht mehr wieder.

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  • …und die ganze Vogelschar

    Meine Fotos behaupten vielleicht etwas anderes. Mir fällt allerdings schon seit einer Weile auf, dass es wenig Vögel in unserer Gegend gibt. Das hat im Spätsommer begonnen und die Erklärungen, die ich bisher dazu gefunden habe, überzeugen mich nicht. Irgendwas stimmt nicht.

    Ja, die größeren Wasservögel sieht man natürlich eher als kleinere. Wenn aber die zahlreichen Amseln, Buchfinken und Meisen plötzlich verschwunden zu sein scheinen, macht mich das nachdenklich. Vielleicht ist unsere Gegend nun wirklich nicht die beste Umgebung für Tiere. Die Rheinbraun-Kultivierungsmaßnahmen haben uns nur so etwas wie Waldstreifen gelassen. Die früher auch hier einmal vorhandenen zusammenhängenden Wälder sind seit Jahrzehnten verschwunden.

    Neubaugebiete bringen nicht nur mehr Wohnraum, der so dringend gebraucht wird. Es siedeln sich damit auch mehr Menschen an. Unsere Kleinstadt wächst, die Flächenversiegelung nahm logischerweise zu. Außerdem nimmt der Lärm zu. Die wenigen schmalen Waldstreifen, die je nach Ausprägung nur wenige Hundert Meter breit sind, bringen nicht die für Tiere erforderliche Ruhe mit.

    Allerdings wird auch diese Entwicklung vermutlich keine hinreichende Begründung dafür sein, dass ich ein mulmiges Gefühl habe. Ich hatte hier erzählt, dass wir uns ein neues Vogelhaus zugelegt haben. Nun, es ist nicht so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht habe. Die Vogelmutter hat sich mit einer etwas kleineren Version angefreundet. Aufgebaut und geladen ist es, nur die Vögel kommen (noch) nicht. Wir haben erst ein, zwei Meisen gesehen. Das ist auch wirklich ungewöhnlich, wenngleich die Natur den Zaungästen noch hinreichend Nahrung bietet. Da sind sie auf ein Vogelhäuschen mehr oder weniger nicht angewiesen.

    Ich hoffe, dass mein Eindruck nur darauf zurückzuführen ist, dass ich meine Umgebung weitaus intensiver scanne, als ich das getan habe, bevor ich mit dem Fotografieren begonnen habe. Außerdem gibt es ja immer noch Gegenden, in denen auch kleine Vögel häufig vorkommen. 🐥🐥🦅🦜🐤

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  • Real, Globus, Kaufland – wer will?

    Vor ein paar Monaten las ich in der „Lebensmittel-Zeitung“, die mir aus meinen beruflichen Zeiten ein wichtiges und zuverlässiges Medium war, dass Globus ihre Kaufhalle in Bedburg schon wieder verkaufen wolle. Die Information wurde in Bedburg abgetan als Gerücht. Vom Unternehmen selbst gäbe es für diese Pläne zunächst auch keine Bestätigung.

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    Jetzt ist es amtlich. Nach Real (früher Metro) stellt auch Globus fest, dass die Fläche (4000 qm) nicht die gewünschten Erträge („nicht wirtschaftlich“) bringt. Man beabsichtigt, den Standort mit einigen weiteren an Kaufland zu verkaufen abzugeben. Ob das gelingt, steht in den Sternen. Auch in diesem Fall könnte das Kartellamt den Verkauf verhindern. Alles schon dagewesen. Einige weitere Märkte sind ebenfalls von diesem Plan betroffen. Noch im letzten Jahr feierte man die Eröffnung eines Marktes in Wesel. Dieser wird nun (ein Jahr später) ebenfalls verkauft. Oder vielleicht auch geschlossen?

    Vor Jahren wurde auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik (Stilllegung: 31. März 1997) unter anderem ein Real-Verbrauchermarkt (Kette früher Metro, jetzt in Liquidation) eröffnet.

    Dass der Realmarkt damals in Zentrumsnähe eröffnet wurde, veranlasste den Rewe-Konzern, ebenfalls aus Rentabilitätsgründen, den neu entstandenen Jumbo-Markt im Zentrum des Städtchens zu schließen. Das geschah, obwohl der Mietvertrag, soweit ich es weiß, noch Jahre weiterlief. Für den Jumbo hatte die Stadt den sogenannten (schönen) Internatsplatz planiert. Es gab damals ein Bürgerbegehren, das keinerlei Wirkung hatte.

    In Bedburg hatte man auch schon eine Einkaufspassage ausprobiert. Der Erfolg war überschaubar. Einige Jahre danach hat man diese quasi zugemauert. In Bergheim hat man vor ein paar Jahren das „Intro“ (Einkaufszentrum) erbaut – gegen den Widerstand vieler Bürger. Was hört man von dort? Es läuft schlecht. Ich erwarte, dass angesichts der Lage Deutschlands und der auch durch die wachsende Kaufzurückhaltung neue Geschäftsaufgaben vor uns liegen. Was sich in Statistiken nicht schön liest, hat seine Konsequenzen für unsere Innenstädte, die wirklich nicht schön anzusehen sind. Mit noch mehr Verkaufsflächen werden Schwierigkeiten dieser komplexen Natur kaum zu lösen sein. Warum denken Politiker in unseren Städten, dass dies anders wäre?

    Man kann an Bergheim sehen, wohin politische Fehlentscheidungen führen; in Grevenbroich werden ganze Einkaufszentren geschlossen, weil es dort zuletzt nur noch Leerstände gibt. Ich hörte, dass dort Wohnungen entstehen sollen. Hoffentlich sind die dann auch bezahlbar! Das ist alles hoch deprimierend für jeden, der die Entwicklung wahrnehmen und nicht schon in Agonie verfallen ist.

    Über neue Verkaufsflächen im innerstädtischen Bereich entscheidet in der Regel die kommunale Verwaltung. Konkret sind das oft folgende Instanzen:

    1. Stadt- bzw. Gemeinderat: Das wichtigste Gremium, das über städtische Entwicklungen und Änderungen im Flächennutzungsplan entscheidet. Hier werden größere Projekte und Änderungen von Verkaufsflächen häufig beschlossen.
    2. Stadtplanungsamt: Dieses Amt ist für die städtebauliche Entwicklung und die Planung von Bebauungsplänen verantwortlich. Es führt die Vorarbeiten durch und erstellt Vorschläge, die dann zur Abstimmung an den Stadtrat weitergeleitet werden.
    3. Bauordnungsamt: Überprüft und genehmigt Bauanträge, darunter auch solche für neue Verkaufsflächen, und sorgt dafür, dass die Bebauung den rechtlichen und städtebaulichen Vorgaben entspricht.
    4. Wirtschaftsförderung der Stadt: Kann ebenfalls Einfluss nehmen, da sie das wirtschaftliche Interesse der Stadt fördert und möglicherweise auch bei der Planung neuer Verkaufsflächen berät.
    5. Regionale Entwicklungs- oder Raumordnungsbehörden (je nach Bundesland): In einigen Fällen, besonders bei größeren oder regional bedeutenden Projekten, können auch übergeordnete Behörden mit einbezogen werden, um sicherzustellen, dass die Planung mit regionalen Entwicklungszielen übereinstimmt.

    In der Praxis gibt es häufig eine enge Abstimmung zwischen diesen Instanzen, und je nach Größe und Bedeutung des Projekts kann auch die Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich sein.

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  • Die Kosten des Abschieds: Ein Blick auf Bestattungskultur und Friedhofspflege

    »Nichts im Leben ist umsonst, nur der Tod – und der kostet das Leben.« Diesen Spruch kennen immer noch viele, nur stimmen tut er längst nicht mehr. Das Bonmot soll aus dem 19. Jahrhundert stammen. Ob er denn je zutreffend gewesen ist?

    Wenn Angehörige sterben und wir uns, trotz allem Kummer, um die Bestattung kümmern müssen, stehen uns heutzutage Bestattungsunternehmen zur Seite. Nach eigenen Erfahrungen machen diese Menschen das sehr professionell und oft mit großer Hingabe. Es gehen mit dem Abschied gewöhnlich hohe Kosten einher. Das weiß jeder und viele Menschen legen deshalb für ihre eigene Beerdigung Geld zurück. Das zählt wohl zu dem, was man als älterer Mensch „zu regeln“ hat.

    Sollten keine Angehörigen vorhanden sein, die diese Kosten übernehmen, kümmert sich die Gemeinde um die Bestattung dieser Menschen. Ich denke, dass das konkrete Verfahren, vor allem, wenn man den Betroffenen kannte, nicht nur positive Gefühl weckt. Wir hatten in unserem Bekanntenkreis kürzlich einen solchen Fall.

    Geht man nach einer Weile auf den Friedhof (sofern der Mensch überhaupt auf einem beerdigt wurde, denn heutzutage gibt es schließlich alle möglichen Alternativen), erkennt man die Einsamkeit dieses Menschen womöglich an der vollkommen abwesenden Grabpflege wieder. Solche Gräber wirken traurig, verlassen. Dass das auf Friedhöfen auch unter anderen Umständen oft der Fall ist, ist leider wahr.

    Ich erinnere mich, dass wir als Kinder mit den Eltern und Geschwistern meiner Mutter und deren Familien jedes Jahr an Allerheiligen auf unseren großen städtischen Friedhof gingen, um dort die Gräber der Familien zu besuchen. Das Ritual war für uns Kinder mitunter ein lästiges. Aber wir fügen uns. Ich trug, weil es an diesem Tag häufig schon ziemlich kalt war, eine mir von meiner Mutter verordnete Kappe mit Ohrschützern. Ich hasste dieses Teil. Mit Hüten, Mützen und dergleichen habe ich es bis heute nicht. Manchmal war ich allerdings froh, sie auf dem Kopf zu haben, was ich nie zugegeben hätte.

    Als dieser wirklich schöne Friedhof dem Braunkohletagebau weichen musste, hatte mein Vater als Leiter der Gartenkolonne der Stadt die Aufgabe, mit seinen Leuten die Toten von einem zu einem anderen, neuen Friedhof umzubetten. Aus diesem Anlass wurden die Gebeine der Verwandten meiner Eltern in ein Grab gelegt. Ich weiß nicht, ob die Kosten für diese Verlegung so vieler Gräber, also dem gesamten Friedhof, damals von der Stadt getragen wurden oder ob sich Rheinbraun beteiligt hat. Es gab auf dem neuen Friedhof also nur noch ein Familiengrab für beide Familien.

    Ich weiß nicht mehr, wie hoch die Kosten für ein Grab damals waren. Heute wählen viele Menschen eine Urnenbestattung. Die Gräber sind kostengünstiger als Sarggräber. Überdies gibt es eine ziemlich große Auswahl an Bestattungsmöglichkeiten. Die Grabstätte wird (hier) für 25 Jahre gemietet. Solange dauert die sogenannte Ruhezeit. Man kann auch früher einen Antrag auf „Einebnung“ stellen.

    Mir fällt schon seit Jahren auf, dass die so freigegebenen Grabplätze nicht mehr genutzt werden. Viele Stellen auf den diversen Friedhöfen (natürlich auch außerhalb meiner Heimatstadt) bleiben leer. Man könnte diese Beobachtung leicht fehlinterpretieren. Sterben weniger Leute? Natürlich liegt das an den vielen verschiedenen Möglichkeiten, Menschen zu beerdigen. Viele wählen die deutlich kleineren Urnengräber oder andere Möglichkeiten. Die Grabplätze liegen in Stelen, in Friedwäldern, in anonymen Gräbern etc.

    Es gibt Kulturen, in denen die Gräber ewig bestehen bleiben. Im Judentum ist das so. Man wird darüber unterschiedlich denken, den meisten wird das egal sein, denke ich. Ich halte es für gut, wenn man einen Platz hat, an dem man Angehörige besuchen kann.

    Das zu Beginn erwähnte Familiengrab gibt es längst nicht mehr, die Grabstätten meines Schwiegervaters und meines Onkels (sie starben 1985 und 1986) ebenfalls nicht. Wenn wir heute die jeweiligen Friedhöfe besuchen, wissen wir, wo die Gräber einst waren. Es sind heute leere Grasflächen. Das Gras wuchert, die Friedhofspflege ist aber ein anderes Thema. Auch dafür haben die Städte weder Finanzmittel noch Personal.

    Gestern kam ich auf einem Friedhof an einer etwas abseits gelegenen Stelle vorbei. Dabei ist das Beitragsfoto entstanden. Ich empfand das als ein trauriges Bild. Und das, obwohl ich schon auf dem Friedhof war.

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  • Wohnträume in Gefahr: Wie Naturgewalten Neubauten gefährden

    In einigen Orten unserer Stadt sind neue Häuser und Wohnungen entstanden. Das ist erst einmal gut, weil auch hier die Wohnungsnot spürbar ist. Dass diese Ausweitung des Wohnraumangebotes auch Anforderungen an die Stadt stellt, die Infrastruktur entsprechend zu pflegen oder auszubauen, ist logisch.

    Kürzlich habe ich hier dazu etwas in einem speziellen Zusammenhang berichtet. Bei den letzten schweren Niederschlägen (>30l pro qm) am 20. Mai ist an diesen Stellen zum Glück nichts passiert. Leider war das an anderer Stelle nicht so.

    Wetter Niederschlag Kopie 2
    Wetter Niederschlag WDR Fernsehen

    Für einige Besitzer der neu erbauten und zum Teil bis jetzt nicht einmal bezogenen Eigenheime kam es an diesem Tag schlimm. Von einem hinter dem Neubaugebiet befindlichen Feld, das eine etwas abschüssige Neigung aufwies, liefen die Wassermassen in die Häuser. Feuerwehr und Nachbarn halfen nach Kräften. Trotzdem kann sich jeder ausmalen, wie schlimm das für die Menschen ist, deren Traum vom Eigenheim an diesem einen Tag fast zum Albtraum wurde. Jedenfalls habe ich das für mich so eingeordnet, nachdem ich davon hörte.

    Ich weiß, dass die betreffenden Doppelhaushälften je nach Ausführung zwischen 440.000 und 545.000 EUR kosten. Ich mag mir nicht ausmalen, was ich wohl empfunden hätte, wäre das uns passiert.

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  • „Nicht vergessen“. Erinnern und anders machen

    Selten kamen sich nach meiner Erinnerung Vergangenheit und Gegenwart emotional so in die Quere wie in diesen Wochen. Der Bedburger Matthias Sandmann zeigt uns Bedburgern und den Menschen der näheren Umgebung in seinem Film, wie es damals auch hier war.

    Die Erkenntnis von persönlicher Verstrickung der eigenen Familien, der Freunde und Nachbarn in die Nazi-Barbarei bedrückt auch Jahrzehnte nach ihrem Ende im Jahr 1945. Das tut weh. Der Wahnsinn grassierte auf allen Ebenen bis hinein in die Familie, Vereine, Freundes- und Kollegenkreise.

    Die Zeitzeugen sterben aus. Es ist nicht nur deshalb unser aller Aufgabe, die persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen dieser Zeitzeugen und die historischen Wahrheiten über dieses Menschheitsverbrechen wachzuhalten. Die technischen Mittel dafür existieren und zum Glück gibt es Menschen, die, wie Matthias Sandmann, diese Aufgabe zu ihrem Projekt machen. Dafür bin ich dankbar.

    Wichtig ist unsere Bereitschaft, uns die Wirkungsweise menschenfeindlicher Ideologien und Sichtweisen bewusst zu machen. Feindbilder sind einfach zu kreieren, weil Menschen leider dafür anfällig sind. Das ist heute immer noch so. Daher, glaube ich, dass die persönliche Auseinandersetzung mit diesen Themen ebenso wichtig ist wie alles, was wir dazu anschauen, lesen und hören könnten.

    Der 40-minütige Dokumentarfilm „Nicht Vergessen“ des Bedburger Fotografen und Filmemachers Matthias Sandmann zeigt die Geschichte der Jüdinnen und Juden in Bedburg zur Zeit des Nationalsozialismus. Er beleuchtet Schicksale jüdischer Familien, lässt Zeitzeugen, Nachfahren und Expertinnen und Experten, wie auch Kinder und Jugendliche aus Bedburg zu Wort kommen.

    Quelle: stadt bedburg

    Der Film bildet natürlich die Eskalation des Wahnsinns noch nicht ab, der durch die grauenhaften, unmenschlichen Massaker der Hamas-Terroristen an über 1.400 Zivilisten in Israel entstanden ist.

    Dass jüdische Menschen hier bei uns in Deutschland (leider auch schon vor dem 7. Oktober) wieder um ihre Unversehrtheit und die ihrer Angehörigen und Freunde bangen müssen, ist inakzeptabel. Vielleicht ist die Scham, die diese schreckliche Erkenntnis bei vielen von uns ausgelöst haben wird, ein Grund dafür, weshalb von unseren jüdischen Mitbürgern Solidarität und Anteilnahme bisher vermisst wurde?

    Und trotzdem sollten wir in der verständlichen und berechtigen Empörung über die Vorgänge auf unseren Straßen und die Äußerungen mancher radikalen Muslime nicht übersehen, wie leicht die Menschen zum Bösen verführbar sind. Wir dürfen nicht denen folgern, denen Verallgemeinerungen und pauschale Vorwürfe in die Hände spielen. Ich glaube, das zählt ebenfalls zum Vermächtnis von Frau Friedländer.

    Viele lassen sich von üblen Rattenfängern (heute nennen wir sie Populisten) erstaunlich bereitwillig manipulieren. Die Menschlichkeit kann scheibchenweise verloren gehen.

    Unsere menschliche Fähigkeit zur Differenzierung sollte viel stärker hervortreten. Die Informationen und das Wissen sind da. Eigenes Nachdenken können durch exzessiven Medienkonsum nicht ersetzen. Fake News – Quellen lauern an jeder Ecke.

    Wir wissen, wie unterschiedlich Menschen sind. Manche finden Pluralität und Diversität gut, andere nicht – obwohl wir mit Begriffen wie Toleranz und Solidarität sozialisiert wurden.

    Das Verbindende sollte im Vordergrund stehen. Die wunderbare Margot Friedländer hat es auf ihre berührende und klarsichtige Weise gesagt: „Es gibt kein christliches, muslimisches oder jüdisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut“.

    Niemand wird widersprechen! Und doch neigen wir dazu, uns emotionale Ausbrüche und eine übertrieben-moralische Entrüstung gegen ganze Gruppen von Menschen zu erlauben. Wir hassen schnell, die Grundlage für neues Unheil ist so leicht gelegt.

    Ina Regen hat gestern, zum Gedenken an den 9.11.1938, diesen Titel herausgebracht. Ich habe ihn unten verlinkt. Wer keinen Spotify-Account hat, kann hier das YouTube-Video anhören.

    Aus dem heutigen Newsletter von Ina Regen:

    Das Lied, das ich dafür gemeinsam mit Alexa Voss & Lukas Mario Maier geschrieben habe, heißt „Elisabeth tanzt“ und erzählt unter anderem die ergreifende Geschichte der Holocaust-Überlebenden Elisabeth Scheiderbauer, einem jüdischen Mädchen, das während der dunklen NS-Zeit ins KZ Theresienstadt verschleppt wurde.

    Auf die Frage, woher sie die Kraft nahm, jeden Tag aufs neue Hoffnung in dieser Finsternis zu schöpfen, antwortete sie:

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