Autor: HorstSchulte

  • Warnung vor der Kommunionsbeichte

    Die „Süddeutsche“ berichtet heute über eine Warnung, die der Leiter der Missbrauchsstudie, Harald Dreßing, ausgesprochen hat. Es geht um die vor der (Erst-)Kommunion übliche Beichte. Diese findet traditionell in Anwesenheit eines Geistlichen im Beichtstuhl statt. Dieser sei, so Dreßing, in der Vergangenheit jedoch oft Tatort für Missbrauch gewesen.

    Die Bischofskonferenz ließ vor der bevorstehenden Kommunion verlauten, dass katholisch getaufte Kinder mit dem Besuch der dritten Schulklasse „fast ausnahmslos“ zur Erstkommunion gingen.

    Die Vorstellung, dass Kindern in diesem Alter in einem Beichtstuhl die Beichte abgenommen wird, ist mMn nicht schön. Das hat in meinem Fall mit meinen persönlichen Erfahrungen zu tun. Es ist nichts vorgefallen, was die Aussage Dreßings stützen würde. Aber es war halt nicht der angenehmste Teil meiner Erinnerungen an die so lange zurückliegende Zeit als Erstkommunikant.

    Angeblich sei die Beichte, so Dreßing, dazu missbraucht worden, Straftaten zu planen und vorzubereiten. Das ist perfide, liegt allerdings bei all dem Leid, das Priester in der Vergangenheit Kindern zugefügt haben, leider auch irgendwie nahe.

    In unserer Gemeinde läuft es anders. Nämlich genauso, wie es im Beitrag der „Süddeutschen“ auch erwähnt worden ist.

    Einige Bistümer bieten deswegen die Möglichkeit, die Beichte in einem nicht-sakralen Raum und bei geöffneter Tür abzuhalten. Vertrauenspersonen können so in Sicht-, aber nicht in Hörweite bleiben. Das Kind habe auch die Möglichkeit, den Raum zu verlassen, wenn es sich unwohl fühlt.

    Süddeutsche Zeitung

    Mein Großneffe ist katholisch getauft und wird übernächsten Sonntag erstmals kommunizieren. Die Beichte liegt bereits hinter den Erstkommunikanten. Sie erfolgte in einem offenen Raum. An zwei Tischen saß jeweils ein Priester, der die Beichte abgenommen hat. Als Grund für diese im Vergleich offenere Umgebung für die Beichte wurde mir die Angst mancher Kinder vor Beichtstühlen genannt. So schön die Beichtstühle vielleicht auch sein mögen, so sehr kann ich das Angstgefühl nachvollziehen. Deshalb halte ich die Neuerung für gut, auch wenn etwas mehr Ehrlichkeit vielleicht nicht geschadet hätte.

    Ich finde die Beichtstühle in unserer Kirche, gerade in unserer denkmalgeschützten, wunderschönen neugotischen Kirche, beeindruckend imposant. Aber ich habe doch auch noch die unangenehmen Erinnerungen an lang zurückliegende Zeiten in mir. Deshalb bin ich froh darüber, dass die katholische Kirche in unserem Bistum, dem ja bekanntlich Rainer Maria Kardinal Woelki vorsteht, diese offene, freundliche Umgebung wie auch anderswo in Deutschland eingerichtet hat.

    Es sind kleine Änderungen, die niemandem wehtun und die doch ein wenig dazu beitragen könnten, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Glaube ich wenigstens.

  • Erinnerung: Mal vergessen wir, mal erinnern wir uns

    Meine Erinnerungen an viele Dinge in der Vergangenheit verblassen. Andere sind so präsent, dass die vielen Jahre, die inzwischen vergangen sind, mich immer erstaunen, wenn ich darauf komme.

    Erinnerung an meinen 19. Geburtstag

    Am 23. Dezember 1972 war mein 19. Geburtstag. In meiner Mansarde gings am Nachmittag und Abend hoch her. Es war ein Samstag. Die Nachbarn werden ihre Freude gehabt haben. Dabei waren wir höchstens 10 Leute. Meine Frau und ich waren damals schon ein Paar. Sie hat nie Alkohol getrunken, auch nicht an diesem Abend.

    Wir waren früh gut gelaunt. Je später es wurde, spielte mein Geburtstag nicht mehr die größte Rolle. Wir tranken Bier und „Sauren Fritz“. Damals in den 1970-er Jahren war das ein Kultgetränk. Mir läuft heute noch ein Schauer über den Rücken.

    Zu viel Alkohol

    Eine Freundin verabschiedete sich schon recht früh, weil sie von dem Zeug zu viel und zu schnell genossen hatte. Wir waren so zwischen 17 und 19 Jahre alt und hatten – wie es damals normal war – sehr wenig Erfahrung mit Alkohol. Wir anderen hielten wacker durch. Es war nett und laut.

    Gegen 22.00 Uhr war Schluss. Wie brav wir damals waren. Es galt schließlich auch, die Zumutung für unsere Nachbarn im Haus nicht überzustrapazieren. Ob meine Eltern mir diesbezüglich irgendwelche „Weisungen“ mitgegeben hatte, weiß ich nicht mehr. Vermutlich aber nicht.

    So eine Mansarde hat was

    Ich war noch nicht müde. Deshalb blieb ich noch in meiner Mansarde. Die nutzte ich sehr gern, schlief aber trotzdem in meinem Minizimmer in meiner elterlichen Wohnung auf der ersten Etage des Hauses. Die Musik hatte Ali auf meine Anwesenheit aufmerksam gemacht. Er war ein Nachbarsjunge, genauso alt wie ich, und hatte ebenfalls eine Mansarde auf dem Speicher.

    Er kam zu mir rüber und wir öffneten nach kurzer Abstimmung eine Flasche Asbach. Bis heute kann ich dieses Zeug nicht mehr riechen. Trotzdem war der Abend noch richtig nett. Wir ließen es uns gut gehen. An den folgenden Tag habe ich keinerlei Erinnerung. Ali holte seinen alten Kicker aus seiner Mansarde. Das Ding hatte zwar keine Beine mehr, funktionierte aber ansonsten prima. Wir ließen uns auf dem Boden nieder und setzten den Tisch des Kickers auf unseren Beinen ab.

    Und wieder Led Zeppelin

    Unsere Begleitmusik war eines meiner Lieblingsalben: Led Zeppelin II. Ein Stück haben wir immer wieder volle Pulle laufen lassen. „Whole Lotta Love“ brachte auf meinem Plattenspieler einen „Sondereffekt“ hervor. Die Platte machte an einer, wie wir damals fanden, besonders geeigneten Stelle ein-, zweimal knack und spielte dann normal weiter.

    Es ist doch eigenartig, dass man manchmal Details behält, die man im ganzen Leben nicht vergisst. Die Geschichte, die leider mit ziemlich viel Alkohol verbunden ist, ist ein Beispiel. Der Kontakt mit Ali brach mit meinem Auszug aus der elterlichen Wohnung wenige Jahre später ab. Meine Frau und ich heirateten und zogen woanders hin.

    Treffen im Krankenhaus

    Vor ein paar Jahren traf ich Ali im Krankenhaus hier im Ort. Meine Schwiegermutter war gerade dort aufgenommen worden. Er sah schlecht aus und hatte stark abgenommen, seit ich ihn zuletzt gesehen hatte. Er meinte, er habe Rückenprobleme. Einige Monate erfuhr ich, dass er gestorben war – an Krebs. Das ist traurig, aber diese Erinnerung gehört leider zu meiner Geschichte dazu.

  • Nicht immer das Schlimmste denken, Horst

    Ich möchte heute nicht die ganze Geschichte ausbreiten. Nur so viel, weil ich ja schon etwas dazu geschrieben hatte:

    Nach einem Zufallsbefund wurde durch ein Angio-CT ein Arterienverschluss an meiner Leber festgestellt. Zudem wurde der Verdacht geäußert, dass in meinem Fall eine Vaskultis vorliegen könnte.

    Weitere Abklärungen wurden empfohlen. Was war also nun der nächste Schritt? Eine Einweisung ins Krankenhaus. In meinem Fall war es die Uni-Klinik in Köln. Ich war in meinem Leben zweimal im Krankenhaus. Einmal für eine Blinddarmoperation und ein weiteres Mal vor zwanzig Jahren. Ich hatte Herz-Kreislaufprobleme. Das war hier im örtlichen Krankenhaus.

    Jetzt also die Uni-Klinik. Nach Abschluss der erwähnten Untersuchungen sollte keine weitere Zeit mehr verstreichen. Deshalb sollte ich mich am gleichen, spätestens am nächsten Tag in der zentralen Notfallambulanz vorstellen. Dieses Vorgehen hatte mein Hausarzt mit einem Oberarzt in der Uni-Klinik besprochen.

    Die Sorgen waren groß. Aber: Es liegt keine Vaskulitis vor. Uff!

    Der Arterienverschluss muss nicht behandelt werden. Alle Werte und mein guter Allgemeinzustand sprechen dafür, dass chirurgische Maßnahmen eher schaden als nutzen könnten. Meine Leber sei bestens durchblutet und die verschiedenen Blutbilder sind „tippi toppi“ – sagte die Arztin.

    Natürlich hatte ich mich vorbereitet. Nicht nur mental. Mein Blutdruck war gestern 190/ ?, etwas später 175/? Typisch für mich. Ein Schisser vor dem Herrn. Wir hatten vorsorglich meine Tasche gepackt. Ich war überzeugt, dass mir eine OP bevorstehen würde.

    Unsere Erleichterung (die der ganzen Familie) werdet ihr nachvollziehen können. Jetzt sitze ich hier am Mac und teile die gute Nachricht mit euch.

    Damit soll’s aber auch mit Krankheit und Tod genug sein.

  • Wenn die Suche via Google bzw. im Internet ohne Ergebnis bleibt

    In diesem Jahr werde ich, so Gott will, siebzig Jahre alt. Es gibt viele Menschen in meinem Alter, die ihre Spuren im Internet hinterlassen haben. Ja, es gibt sogar über 90-jährige, die bloggen. Leider sind sie rar gesät.

    Überhaupt ist die Neigung, seine Mitmenschen mit der eigenen Meinung zu belästigen, wohl eher rückläufig. Dabei soll die Zahl neuer Blogs angeblich steigen.

    Die Leute haben sich je nach Gusto aufs Plaudern oder Hassen verlegt, was sie in den asozialen Medien auf „treffliche“ Weise vollführen. In der Kürze liegt die Würze, sagte man immer. Das Motto halte ich für stark überbewertet, wenn ich mir die zum Teil immer ekelhafteren Auswüchse so anschaue.

    Berührungsängste und die asozialen Medien

    Ob die im Verhältnis geringe Repräsentanz im Internet wohl auf Berührungsängste mit den asozialen Medien beruht oder auf anderen Ursachen, vermag ich nicht zu sagen.

    Da ich vor Jahren mal ein Klassentreffen mitorganisiert habe, habe ich über die Adressenlisten alle Namen unseres Abschlussjahrgangs (1968) präsent. Anhand von Namen und Wohnorten habe ich via Google nach meinen Mitschülerinnen und Mitschülern gesucht.

    Keine Treffer

    Ich muss sagen, die Trefferquote ist sehr mäßig, um nicht zu sagen extrem übersichtlich. Ich finde kaum einen Namen wieder. Offenbar sind überwiegend diejenigen zu finden, die ein Geschäft haben bzw. hatten. Die meisten werden ja längst in Rente sein.

    Spurlos

    Die meisten von uns (aus meiner damaligen Klasse) haben also (im Gegensatz zu mir beispielsweise) im Internet keine bzw. kaum Spuren hinterlassen. Es gibt ja Menschen, für die ist das ein Wert an sich. Man könnte allerdings auch andere Schlussfolgerung aus meinen Erkenntnissen ziehen. Nun ja, leider gehört zur Wahrheit dazu, dass einige meiner MitschülerInnen schon gar nicht mehr unter uns sind.

  • Die RWE – Werke sind schon so lange da

    Kürzlich habe ich auf Instagram ein Foto veröffentlicht, das die Hauptstraße, genannt Sankt-Rochus-Straße, von Kaster (ca. 6.300 Einwohner) zeigt. Das Städtchen grenzt unmittelbar an unser Dorf Königshoven.

    1000 Mal vorbei und doch nicht gesehen

    Im Hintergrund sind deutlich Gebäudeteile eines der in unserer Region so zahlreichen RWE – Werke zu erkennen.

    Durch die gewählte Perspektive wirkt das RWE-Werk übermächtig, vielleicht sogar etwas bedrohlich. Mancher wird sagen, dieses Foto könnte als Beleg für die Verschandelung von Landschaft stehen bzw. für vieles andere, was gegenwärtig an Negativem über die RWE oder andere große Stromerzeuger gesagt wird.

    Existenzen gesichert, heute verteufelt

    Dabei ist allerdings auch die andere Seite zu sehen, die heute ungerechtfertigterweise fast keine Rolle mehr spielt. Die Werke haben nicht nur die Existenzen unzähliger Familien in unserer Region gesichert, sondern auch die Finanzierung vieler öffentlicher Einrichtungen. Vielleicht war der Preis zu hoch? Wer will sich darüber ein Urteil erlauben? Nun, ich kenne leider welche.

    Niemals Kaster!

    Zu den Fotos, die ich bei Instagram veröffentliche, erhalte ich normalerweise wenige Kommentare. In diesem Fall waren es ein paar mehr. Zwei Leser wollten nicht glauben, dass diese Aufnahme echt ist, oder vielleicht, dass ich mich mit der Beschreibung geirrt hätte. Ein alter Kasteraner schrieb sogar: „Niemals Kaster“. Doch! So gut schauen wir hin, wenn wir meistens wohl in unseren Autos durch das Städtchen brausen. 🚗

    Die schwarz-weiße Version meines Fotos wirkt im hinteren Bereich tatsächlich etwas unwirklich. Oder?

    Aber die Aufnahme ist echt. Ich bin damals (Oktober 2020) dafür am Ortseingang auf die rechte Straßenseite gewechselt. Von der linken Straßenseite und selbst von der Mitte der Straße wirkt die Perspektive schon ganz anders. Die Türme der RWE wirken nicht so dominierend.

  • Wasserqualität: Niedrigwasser und gleichbleibende Industrieeinleitungen?

    Das über 30 Jahre angelegte Projekt „Emscher“ oder genauer: „Die neue Emscher – Ein Fluss kehrt zurück“ ist etwas, wofür ich mich aus dem Stegreif begeistere. Es hat lange genug gedauert, die Wasserqualität so weit zu verbessern, dass so ein Fluss quasi eine Neugeburt erleben kann.

    Ich kenne als heimatverbundener Mensch so ein wenig das Schicksal der Erft, die während vieler Jahre auch ein Fluss war, dem man ein „normales Leben“ kaum mehr zugetraut hätte.

    Bessere Wasserqualität der Erft

    Mit meinem Onkel war ich dort vor vielen Jahrzehnten einmal angeln. Wir brachten eine Forelle mit nach Hause. Meine Mutter hat sich geweigert, diesen Fisch aus dem „Drecksfluss“ überhaupt auch nur zuzubereiten. Das musste mein Onkel übernehmen, der sich auch damit zum Glück gut auskannte. Mir hat die Forelle prima geschmeckt. Längst hatte ich vergessen, wie brutal ich das Fischen und vor allem, was danach kam, im Moment der Tat gefunden habe. Angeln war auch danach nicht mein Ding.

    1955 führte die Erft 5 m3 Wasser in der Sekunde ab, zwischen 1965 und 1975 über 26 m3 Wasser.

    Wikipedia

    Inzwischen könnte man in der Erft sogar wieder schwimmen. Daran war zu diesen Zeiten überhaupt nicht mehr zu denken. Auf uns Kinder wirkte es damals ein wenig eigenartig, wenn unsere Eltern, Tanten und Onkels uns vorschwärmten, in ihrer Kindheit in der Erft geschwommen zu haben.

    Die Verschmutzung war nicht allein das Hindernis. Rheinbraun hat über viele Jahre sehr viel Grundwasser in die Erft geleitet. Die Strömungsgeschwindigkeit ist für einen so kleinen Fluss enorm hoch. Allein diese Tatsache machte es wohl auch nicht sehr ratsam, in der Erft zu schwimmen. Übrigens fällt mir auf, dass die Erft in unserer Gegend kein Niedrigwasser aufweist. In ihrem Quellgebiet, das nun gar nicht so weit von uns entfernt ist, sah das in diesem trockenen Sommer ganz anders aus. Schaut man sich die Pegelstände der Erft in Bad Münstereifel an, so kann man sich in diesem Jahr einfach nicht vorstellen, was auch dort im vergangenen Juli durch unseren Heimatfluss angerichtet wurde.

    Anhaltendes Niedrigwasser

    An den Stellen, die ich passiere und die an der Erft liegen, kann ich kein Niedrigwasser feststellen. Der Fluss sieht hier in unserer Gegend seltsamerweise normal gefüllt aus. Ich erinnere mich, dass die Erft im Jahr 2018 beispielsweise in Grevenbroich (also nur wenige Kilometer von entfernt) extremes Niedrigwasser führte. Ich nehme deshalb an, dass die Grundwasserzuleitungen immer noch eine große Rolle spielen. Da mag ich mir nicht ausmalen, wie das einmal aussehen wird, wenn diese Zuleitungen aufgrund der Aufgabe des Kohleabbaus schon bald aussehen könnte. Vielleicht bin ich einfach nur schlecht informiert und gibt diese Zusammenhänge gar nicht. Mir fällt auch auf, wie gut gefüllt der See in Alt-Kaster wirkt. Zum Glück ist sowohl in der Erft als auch im See kein Fischsterben erkennbar. Auch das war 2018 in Grevenbroich leider anders.

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    Einleitungen wurden nicht reduziert

    Der Rhein und viele andere Flüsse präsentieren in dieser Hinsicht ein anderes, beinahe apokalyptisch anmutendes Bild. Wenn ich dann höre, dass der Fluss trotz des Wassermangels von unserer ansässigen Industrie mit unverminderten Schadstoff-einleitungen malträtiert wird, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ein Werk in Leverkusen leitet täglich 800 t Salz (sic?) in den Rhein – ebenso viel wie zu „normalen“ Zeiten.

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    Aber das gilt auch für viele andere Stoffe, die mir jedenfalls ziemlich unheimlich vorkommen. Ob sich das nicht sehr negativ aufgrund des Niedrigwassers auswirkt – für alle Lebewesen, die im und am Rhein angesiedelt sind? Ich verstehe an diesem Punkt unsere Behörden nicht. Es wird im WDR Fernsehen über solche Dinge berichtet, trotzdem lassen die Behörden diese Dinge weiterlaufen. Und das trotz der großen Hitzebelastung, der der Rhein ohnehin ausgesetzt ist.

    1. Abwässer sollen in den Rhein geleitet werden, Chempark Leverkusen – Rheinland – Nachrichten – WDR
    2. Mehr als ein Verkehrsweg: der Rhein und die Folgen des Niedrigwassers – Nachrichten – WDR

  • 2 positive Erfahrungen zum Weitererzählen

    Heute mal zwei positive Geschichten aus unserem Leben. Ich erzähle sie, weil es im Moment eher einen Überfluss an Erfahrungen gibt, die uns herunterziehen und bei manchem das Gefühl wecken, als ginge alles den Bach herunter.

    Erfahrungen 1: Nicht nur das Fahren ist teuer, auch das Parken kann teuer sein

    Liegt ein Parkhaus innerhalb eines Einkaufscenters, sollten die Interessen der ansässigen Geschäfte nicht zuletzt auch in dem System berücksichtigt werden, das wirtschaftlich möglicherweise völlig unabhängig ist, das andererseits aber zur Infrastruktur des Centers gezählt wird.

    Ich halte die Lösungen für gut, bei denen Geldautomaten aufgestellt werden. Der Kunde kann je nach Verweildauer im Center den Preis quasi selbst bestimmen. Oder man gibt Tickets aus und kann, vor der Ausfahrt aus dem Parkhaus, für die entstehende Parkzeit entsprechende Gebühren zahlen.

    Nicht so gut ist, wenn Maximalparkzeiten (z.B. 3 Stunden) festgelegt sind und eine Zeitüberschreitung mit 30 Euro sanktioniert wird. Meine Frau hatte die Parkzeit um 17 Minuten überschritten.

    Ich habe mich heute nicht an den Inhaber des Parkhauses gewandt, sondern an die Geschäftsleitung des größten dort ansässigen Geschäftes. Schließlich kann dieses Gebaren aus meiner Sicht nicht im Interesse der Einzelhändler liegen, die nicht daran interessiert sein werden, dass ihre Kunden verärgert werden.

    Meine Frau erhielt bereits heute einen Anruf. Die 30 Euro für die Parkzeitüberschreitung sollen wir nicht bezahlen. Die Geschäftsleitung werde sich um die Angelegenheit kümmern, wurde versichert. Gleichzeitig erhält meine Frau als langjährige und regelmäßige Kundin einen Parkausweis ausgestellt, so dass sie künftig kostenfrei parken kann. Das ist doch mal eine Maßnahme.

    Ich hätte nicht gedacht, dass sich auf meine E-Mail jemand melden würde. Wir wurden insofern gleich doppelt positiv überrascht.

    Erfahrungen 2: Wartezeit des Tischlers

    Im letzten Sommer brauchten wir eine kleine Rampe, mit der wir meine Schwiegermutter auf den Balkon rollen können. Sie sitzt im Rollstuhl und dieser konnte ohne dieses Hilfsmittel nicht über die Schwelle befördert werden. Ich hatte klare Vorstellungen, wie so etwas aussehen könnte und hatte dabei an Holz gedacht.

    Letztlich wurde ich von einem ortsansässigen Tischler an einen Schlosser verwiesen. Der Mann kam noch am selben Tag, nahm Maß und die Rampe stand noch in der gleichen Woche zur Verfügung.

    Jetzt hatten wir kleinere Reparaturen an einer Tür und an unserem über 30 Jahre alten Esstisch vorzunehmen. Ich rief also wieder beim erwähnten Tischler an. Ich habe schnell zwei Fotos mit dem Handy gemacht und ihm diese via „WhatsApp“ geschickt. Auch er kam bereits am selben Tag zu uns, schaute sich alles an und erklärte den Ablauf. Beide Teile wollte er mitnehmen in seine Werkstatt. Mit dem genannten Kostenrahmen waren wir einverstanden. Später am Tag wurden beide Teile abgeholt, zwei Tage später erfolgte die Lieferung der reparierten Teile. Das war eine vollkommen überzeugende Leistung.

    Eindrücke aus dem Fernsehen

    Wir schauen regelmäßig WDR Fernsehen. Dort werden regelmäßig Handwerksfirmen mit der Reparatur verschiedenster Haushaltsgegenstände in Auftrag gegeben. Bei diesen Gelegenheiten werden Fallen und Finten gestellt. Bei mir hat sich der Eindruck festgesetzt, dass man insbesondere bei erwartungsgemäß teuren Reparaturen äußerst vorsichtig agieren muss. Viele der hier gezeigten Beispiele suggerieren, dass die Handwerker entweder ihren Job nicht verstehen oder unverschämte Preise aufrufen. Unsere Erfahrungen sind in dieser Hinsicht also ganz andere.

    Man sollte, selbst bei kleinen Reparaturen, die Dinge abklären und miteinander besprechen. Vielleicht kann man, wie in meinem Beispiel, den zu reparierenden Schaden mit dem Handy fotografieren und so für Klarheit sorgen. Außerdem ist es sicher gut, wenn man zunächst einmal probiert, ortsansässige Handwerker zu beauftragen, vielleicht auch nach Empfehlungen aus dem Freundes- oder Familienkreis.

    Leider wirken solche „Tests“ im WDR Fernsehen manchmal auf mich so, als wollte man ganz bewusst die negativen Erfahrungen hervorheben. Das ist recht unfair und auch wenig hilfreich. Die Leute sind nämlich auch ohne solchen Defätismus oft voreingenommen. Wie meine Beispiele zeigen, nicht immer zu Recht.

  • Wespenplage scheint wahr zu werden

    Es sieht ganz danach aus, dass wir es in NRW in diesem Jahr mit einer ausgewachsenen Wespenplage zu tun bekommen. Einige Medien berichteten schon darüber.

    Trockenheit und Hitze sorgen dafür, dass die Wespen in diesem Jahr deutlich früher aktiv werden. Sonst war ich daran gewöhnt, dass in unserer Gegend die Wespensaision erst Ende August startet.

    Gestern war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Plötzlich waren sie da. Bis dahin gab es nur vereinzelte Auftritte dieser elenden Plagegeister. Ich war gestern im Schlosspark Paffendorf unterwegs. Es gab einige Angriffe von Wespen, die mir sogar besonders aggressiv vorkamen. Ich schätze es nicht, wenn die Biester vor meinem Gesicht herumschwirren.

    Als ich wieder zu Hause war, haben wir auf dem Balkon schön gemütlich Kaffee getrunken. Besser gesagt, wir wollten es. Nun, wir sind dort geblieben und haben den Angriffen standgehalten. Aber gemütlich war das nicht. In den letzten Jahren haben meine Frau und ich mehr Wespenstiche abbekommen als in vielen Jahren davor. Mehr Wespen, mehr Stiche scheint die einfache Gleichung zu sein.

    Unschön ist auch, dass die Wespen, vielleicht, weil sie früher erweckt wurden, uns aggressiver vorkommen als normal. Gestern haben wir über den Tag mindestens 5 der Biester aus unserer Wohnung verjagt. Besser gesagt, meine Frau hat sie gefangen und heil nach draußen befördert. Ich würde die Fliegenklatsche nehmen. Meine Frau ist auch in dieser Hinsicht umsichtiger bzw. empathischer. Ja, auch Wespen haben ihre Daseinsberechtigung, ich weiß.

    Meine Schwiegermutter und ich sind einer Meinung. Wir teilen unser Essen nicht mit denen. Die sagen nicht Bitte, sondern verderben einem die gemütliche Kaffeetafel oder den Grillabend.

    Diese 20 Pflanzen halten Wespen fern / Plantopedia

    Wir haben auf dem Balkon sowohl Lavendel als auch Rosmarin. So richtig geholfen hat das offenbar bisher nicht. Wir werden die Dosis wohl etwas erhöhen und dann evaluieren, wie das heute gern genannt wird. Zitronenmelisse, Melisse und Knoblauch.

  • Auch ein Besuch der »Schrebergärten light« im Schlosspark Bedburg macht Spaß.

    Im Städtchen Bedburg, in einem Teil des Schlossparks, wurden Parzellen für mehrere Kleingärten eingerichtet. Das war vor etwa eineinhalb Jahren. Gärten einer ganz anderen Dimension hatte es rund um unser Schloss vor sehr vielen Jahren gegeben. Das lässt sich aus der verlinkten Dokumentation entnehmen.

    Die Ankündigung fand unter dem Begriff „Urban Gardening“-Projekt statt. Eine Nummer kleiner und – wie ich finde – passender: Schrebergärten light.

    Insgesamt wurden für das Projekt 2.500 Quadratmeter zur Verfügung gestellt. Früher befanden sich an diesem Ort die Gärten der Schlossgärtnerei. Ich erinnere mich, dass mein Vater, der selbst Gärtner von Beruf war, und der damalige Besitzer gute Freunde waren. Das liegt schon sehr lange zurück. Jahrelang erinnerte nichts an diese Zeit. Ich war noch ein Kind.

    Heute ist es anders. Meine Frau und ich besuchen die neuen kleinen Gärten regelmäßig. Wir haben Spaß an der Arbeit der zahlreichen Hobbygärtner.

    Seit dem Frühjahr blüht dort immer etwas. Einen der Gärten bewirtschaften die Kinder der Wilhelm-Busch-Grundschule. Meistens sind es wohl Privatleute, die sich dort gärtnerisch betätigen.

    Die einzelnen Parzellen sind zwischen 20 und 100 Quadratmeter groß.

    Ich finde bei unseren Besuchen immer lohnenswerte Motive. Hier einige Fotos von heute.

  • Bezahlbarer Wohnraum in Bedburg?

    In unserem Städtchen (Bedburg) entsteht relativ viel neuer Wohnraum. Ob es auch bezahlbarer Wohnraum ist? Es werden drei neue Wohngebiete erschlossen, die Wohneigentum sowie Mietwohnungen beinhalten. Die Politik sagt, es werde bezahlbarer Wohnraum geschaffen.

    Je Quadratmeter 13 Euro – kalt

    Inzwischen nehmen zwei der neuen Wohngebiete Gestalt an. Ich hörte, dass für die Mietwohnungen ein Quadratmeterpreis von knapp über 13 Euro aufgerufen wird. Bezahlbarer Wohnraum?! Ich glaube nicht.

    Den Fortschritt der Bebauung habe ich verfolgt. In den asozialen Medien war ebenso Positives wie Negatives zu lesen. Es ist aus meiner Sicht absolut richtig, dass sich die Kommunen stark engagieren. Ob das überall im Bundesgebiet der Fall ist, vermag ich nicht zu sagen. Viele, davon bin ich überzeugt, sind der Politik für diesen Anstoß jedenfalls zuerst einmal dankbar.

    Inzwischen sehe ich, dass die Zeitpläne zur Fertigstellung wohl nicht ganz eingehalten werden. Das mag aber ein falscher Eindruck sein. Schließlich sind wir längst an gewisse Verzögerungen gewöhnt. Ich wäre überrascht, wenn mal eine Baustelle termingerecht fertig würde.

    Materialengpässe, personelle Probleme infolge der Pandemie sind, denke ich, hauptverantwortlich dafür.

    Bauträger investieren nur, wenn es sich lohnt

    Der Bauträger ist in unserem Fall die „Erftland“. Über eine Website konnte man sich bei Interesse für die verschiedenen Wohneinheiten melden. Ein alleinstehender Bekannter (70) war die Wohnung gekündigt worden.

    Er hat sich dort angemeldet und seit Monaten keine Antwort erhalten. Auch telefonische Nachfragen blieben erfolglos. Wahrscheinlich sind alleinstehende ältere Männer nicht das, was sich die Damen und Herrn Vorstände solcher Wohnungsgesellschaften für ihre tollen Projekte vorgestellt haben…

    Darüber hinaus: Ich würde freiwillig nicht dorthin ziehen. Die Häuser sind meines Erachtens in einer so schrecklich engen Art und Weise aufeinander gebaut, dass man sozusagen vom Wohnzimmer ins Wohnzimmer der Nachbarn schauen kann. Außerdem werden mindestens in einem der Gebiete hohe Häuser errichtet.

    hohe Häuser – der Umwelt zuliebe?

    Diese höheren Häuser mit einigen Stockwerken liegen zum Hauptverkehrsweg des Ortes, so dass sie vermutlich die dahinterliegenden Wohnungen auch als Lärmschutz dienen werden.

    Im dritten geplanten Neubaugebiet entsteht ein Hochhaus mit 13! Stockwerken. Grüne, FDP und CDU wollten den Bau auf 6 Stockwerke begrenzen, die Mehrheit des Rates setzte sich jedoch knapp durch. Es bleibt bei 13 Stockwerken.

    Interessant an dieser Entwicklung in unserem Städtchen ist, dass die Grünen, wie ich höre, aufgrund der in Deutschland immer noch stark voranschreitenden hohen Flächenversiegelung Bauprojekte unterstützen, die nicht in die Breite, sondern eben in die Höhe gehen. Das mag im großstädtischen Raum (in Berlin passiert das derzeit) eine gute Lösung sein.

    Wie sinnvoll ist es jedoch, solche hohen Häuser in kleinstädtischen oder sogar dörflichen Umgebungen zu errichten?

    Was denken wir in 40 Jahren über die neuen Hochhäuser?

    Hatten „wir“ uns nicht in die Hand versprochen, in unseren Städtchen keine hohen Häuser mehr zu errichten und wie viele Jahre haben solche Wohnungen in solchen Bauten leer gestanden, sind verrottet? Bis sie schließlich sogar abgerissen werden mussten (Bergheim). Aber jetzt, modern und neu erbaut, werden sie von vielen Bürgern akzeptiert. Aber wie sieht es in 30 – 40 Jahren aus?

    Die Versiegelung kann gravierende Folgen für die Umwelt haben: Denn zubetonierte oder asphaltierte Böden nehmen Nährstoffe und Regen nicht mehr auf. Je mehr Flächen wir versiegeln, desto mehr fruchtbarer Boden geht verloren.

    Weil weniger Wasser in den Boden gelangt, gibt es zudem weniger Grundwasser – dadurch werden Trinkwassermangel und Dürreschäden begünstigt.

    Auch das Risiko für Hochwasser steigt, denn das Wasser versickert nicht gleichmäßig im Boden. Die Wassermassen werden in Kanalisationen geleitet, die bei starkem Regen überlaufen können.

    LINK
    Darum sollten wir unsere Böden nicht zubetonieren – quarks.de

    Als seien dies nicht bereits genug Nachteile, die Flächenversiegelung mit sich bringt, auch die Artenvielfalt wird durch diesen Eingriff der Menschen beeinträchtigt. Selbst ein wie auch immer motivierter Rückbau bereits versiegelter Flächen hat Nachteile. Diese bestehen darin, dass immer Rückstände von Beton und Asphalt bleiben, die die Qualität des zurückgewonnenen Bodens respektive dessen Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

    Bezahlbarer Wohnraum ist so unendlich wichtig. Aber was ist mit der fortdauernden Flächenversiegelung in NRW? Tag für Tag wird eine Fläche von 18 Fußballfeldern in unserem Bundesland versiegelt. In ganz Deutschland sind es 113 Fußballfelder oder 81 ha täglich!