Monat: Juli 2022

  • Wespenplage scheint wahr zu werden

    Es sieht ganz danach aus, dass wir es in NRW in diesem Jahr mit einer ausgewachsenen Wespenplage zu tun bekommen. Einige Medien berichteten schon darüber.

    Trockenheit und Hitze sorgen dafür, dass die Wespen in diesem Jahr deutlich früher aktiv werden. Sonst war ich daran gewöhnt, dass in unserer Gegend die Wespensaision erst Ende August startet.

    Gestern war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Plötzlich waren sie da. Bis dahin gab es nur vereinzelte Auftritte dieser elenden Plagegeister. Ich war gestern im Schlosspark Paffendorf unterwegs. Es gab einige Angriffe von Wespen, die mir sogar besonders aggressiv vorkamen. Ich schätze es nicht, wenn die Biester vor meinem Gesicht herumschwirren.

    Als ich wieder zu Hause war, haben wir auf dem Balkon schön gemütlich Kaffee getrunken. Besser gesagt, wir wollten es. Nun, wir sind dort geblieben und haben den Angriffen standgehalten. Aber gemütlich war das nicht. In den letzten Jahren haben meine Frau und ich mehr Wespenstiche abbekommen als in vielen Jahren davor. Mehr Wespen, mehr Stiche scheint die einfache Gleichung zu sein.

    Unschön ist auch, dass die Wespen, vielleicht, weil sie früher erweckt wurden, uns aggressiver vorkommen als normal. Gestern haben wir über den Tag mindestens 5 der Biester aus unserer Wohnung verjagt. Besser gesagt, meine Frau hat sie gefangen und heil nach draußen befördert. Ich würde die Fliegenklatsche nehmen. Meine Frau ist auch in dieser Hinsicht umsichtiger bzw. empathischer. Ja, auch Wespen haben ihre Daseinsberechtigung, ich weiß.

    Meine Schwiegermutter und ich sind einer Meinung. Wir teilen unser Essen nicht mit denen. Die sagen nicht Bitte, sondern verderben einem die gemütliche Kaffeetafel oder den Grillabend.

    Diese 20 Pflanzen halten Wespen fern / Plantopedia

    Wir haben auf dem Balkon sowohl Lavendel als auch Rosmarin. So richtig geholfen hat das offenbar bisher nicht. Wir werden die Dosis wohl etwas erhöhen und dann evaluieren, wie das heute gern genannt wird. Zitronenmelisse, Melisse und Knoblauch.

  • Auch ein Besuch der »Schrebergärten light« im Schlosspark Bedburg macht Spaß.

    Im Städtchen Bedburg, in einem Teil des Schlossparks, wurden Parzellen für mehrere Kleingärten eingerichtet. Das war vor etwa eineinhalb Jahren. Gärten einer ganz anderen Dimension hatte es rund um unser Schloss vor sehr vielen Jahren gegeben. Das lässt sich aus der verlinkten Dokumentation entnehmen.

    Die Ankündigung fand unter dem Begriff „Urban Gardening“-Projekt statt. Eine Nummer kleiner und – wie ich finde – passender: Schrebergärten light.

    Insgesamt wurden für das Projekt 2.500 Quadratmeter zur Verfügung gestellt. Früher befanden sich an diesem Ort die Gärten der Schlossgärtnerei. Ich erinnere mich, dass mein Vater, der selbst Gärtner von Beruf war, und der damalige Besitzer gute Freunde waren. Das liegt schon sehr lange zurück. Jahrelang erinnerte nichts an diese Zeit. Ich war noch ein Kind.

    Heute ist es anders. Meine Frau und ich besuchen die neuen kleinen Gärten regelmäßig. Wir haben Spaß an der Arbeit der zahlreichen Hobbygärtner.

    Seit dem Frühjahr blüht dort immer etwas. Einen der Gärten bewirtschaften die Kinder der Wilhelm-Busch-Grundschule. Meistens sind es wohl Privatleute, die sich dort gärtnerisch betätigen.

    Die einzelnen Parzellen sind zwischen 20 und 100 Quadratmeter groß.

    Ich finde bei unseren Besuchen immer lohnenswerte Motive. Hier einige Fotos von heute.

  • Bezahlbarer Wohnraum in Bedburg?

    In unserem Städtchen (Bedburg) entsteht relativ viel neuer Wohnraum. Ob es auch bezahlbarer Wohnraum ist? Es werden drei neue Wohngebiete erschlossen, die Wohneigentum sowie Mietwohnungen beinhalten. Die Politik sagt, es werde bezahlbarer Wohnraum geschaffen.

    Je Quadratmeter 13 Euro – kalt

    Inzwischen nehmen zwei der neuen Wohngebiete Gestalt an. Ich hörte, dass für die Mietwohnungen ein Quadratmeterpreis von knapp über 13 Euro aufgerufen wird. Bezahlbarer Wohnraum?! Ich glaube nicht.

    Den Fortschritt der Bebauung habe ich verfolgt. In den asozialen Medien war ebenso Positives wie Negatives zu lesen. Es ist aus meiner Sicht absolut richtig, dass sich die Kommunen stark engagieren. Ob das überall im Bundesgebiet der Fall ist, vermag ich nicht zu sagen. Viele, davon bin ich überzeugt, sind der Politik für diesen Anstoß jedenfalls zuerst einmal dankbar.

    Inzwischen sehe ich, dass die Zeitpläne zur Fertigstellung wohl nicht ganz eingehalten werden. Das mag aber ein falscher Eindruck sein. Schließlich sind wir längst an gewisse Verzögerungen gewöhnt. Ich wäre überrascht, wenn mal eine Baustelle termingerecht fertig würde.

    Materialengpässe, personelle Probleme infolge der Pandemie sind, denke ich, hauptverantwortlich dafür.

    Bauträger investieren nur, wenn es sich lohnt

    Der Bauträger ist in unserem Fall die „Erftland“. Über eine Website konnte man sich bei Interesse für die verschiedenen Wohneinheiten melden. Ein alleinstehender Bekannter (70) war die Wohnung gekündigt worden.

    Er hat sich dort angemeldet und seit Monaten keine Antwort erhalten. Auch telefonische Nachfragen blieben erfolglos. Wahrscheinlich sind alleinstehende ältere Männer nicht das, was sich die Damen und Herrn Vorstände solcher Wohnungsgesellschaften für ihre tollen Projekte vorgestellt haben…

    Darüber hinaus: Ich würde freiwillig nicht dorthin ziehen. Die Häuser sind meines Erachtens in einer so schrecklich engen Art und Weise aufeinander gebaut, dass man sozusagen vom Wohnzimmer ins Wohnzimmer der Nachbarn schauen kann. Außerdem werden mindestens in einem der Gebiete hohe Häuser errichtet.

    hohe Häuser – der Umwelt zuliebe?

    Diese höheren Häuser mit einigen Stockwerken liegen zum Hauptverkehrsweg des Ortes, so dass sie vermutlich die dahinterliegenden Wohnungen auch als Lärmschutz dienen werden.

    Im dritten geplanten Neubaugebiet entsteht ein Hochhaus mit 13! Stockwerken. Grüne, FDP und CDU wollten den Bau auf 6 Stockwerke begrenzen, die Mehrheit des Rates setzte sich jedoch knapp durch. Es bleibt bei 13 Stockwerken.

    Interessant an dieser Entwicklung in unserem Städtchen ist, dass die Grünen, wie ich höre, aufgrund der in Deutschland immer noch stark voranschreitenden hohen Flächenversiegelung Bauprojekte unterstützen, die nicht in die Breite, sondern eben in die Höhe gehen. Das mag im großstädtischen Raum (in Berlin passiert das derzeit) eine gute Lösung sein.

    Wie sinnvoll ist es jedoch, solche hohen Häuser in kleinstädtischen oder sogar dörflichen Umgebungen zu errichten?

    Was denken wir in 40 Jahren über die neuen Hochhäuser?

    Hatten „wir“ uns nicht in die Hand versprochen, in unseren Städtchen keine hohen Häuser mehr zu errichten und wie viele Jahre haben solche Wohnungen in solchen Bauten leer gestanden, sind verrottet? Bis sie schließlich sogar abgerissen werden mussten (Bergheim). Aber jetzt, modern und neu erbaut, werden sie von vielen Bürgern akzeptiert. Aber wie sieht es in 30 – 40 Jahren aus?

    Die Versiegelung kann gravierende Folgen für die Umwelt haben: Denn zubetonierte oder asphaltierte Böden nehmen Nährstoffe und Regen nicht mehr auf. Je mehr Flächen wir versiegeln, desto mehr fruchtbarer Boden geht verloren.

    Weil weniger Wasser in den Boden gelangt, gibt es zudem weniger Grundwasser – dadurch werden Trinkwassermangel und Dürreschäden begünstigt.

    Auch das Risiko für Hochwasser steigt, denn das Wasser versickert nicht gleichmäßig im Boden. Die Wassermassen werden in Kanalisationen geleitet, die bei starkem Regen überlaufen können.

    LINK
    Darum sollten wir unsere Böden nicht zubetonieren – quarks.de

    Als seien dies nicht bereits genug Nachteile, die Flächenversiegelung mit sich bringt, auch die Artenvielfalt wird durch diesen Eingriff der Menschen beeinträchtigt. Selbst ein wie auch immer motivierter Rückbau bereits versiegelter Flächen hat Nachteile. Diese bestehen darin, dass immer Rückstände von Beton und Asphalt bleiben, die die Qualität des zurückgewonnenen Bodens respektive dessen Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

    Bezahlbarer Wohnraum ist so unendlich wichtig. Aber was ist mit der fortdauernden Flächenversiegelung in NRW? Tag für Tag wird eine Fläche von 18 Fußballfeldern in unserem Bundesland versiegelt. In ganz Deutschland sind es 113 Fußballfelder oder 81 ha täglich!

  • Geh’n wir Bäume vergiften im Park

    Ich habe Georg Kreislers Liedzeile umgedichtet. Diesmal gings um „Bäume vergiften“, nicht um Tauben. Und mir ist überhaupt nicht zum Lachen zumute. Ein paar »Baumhasser«, wie es in den Medien heißt, haben in Sterkrade mehrere Platanen vergiftet. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 60.000 Euro. Das liest sich so sachlich, so wenig spektakulär. Dabei ist es doch – zum Verzweifeln!

    Für mich hat so eine Tat die Dimension eines Zivilisationsbruches.

    Ich fasse es nicht, wozu Menschen fähig sind. Wie leider so oft muss man sich fragen: »Wer tut so etwas?“. Es gibt traurigerweise laufend neue Beispiele.

    Fünf Platanen sind mit einer Ausnahme wohl nicht mehr zu retten.

    Irgendein Irrer hat an mehreren Wurzeln der Bäume Bohrungen vorgenommen und Gift eingeführt.

    Aufgefallen ist der Schaden durch Baumkontrolleure (den Begriff kannte ich bisher nicht). Sie hatten festgestellt, dass die Baumkronen geschädigt waren.

    Menschen zünden Schwäne an und ergötzen sich an ihrer frevelhaften Tat, die sich der schlimmste Horrorfilmer nicht ausdenken könnte. Jedenfalls nicht, wenn er trotz seiner Profession noch halbwegs normal geblieben ist.

    Jugendliche zünden Schecken mit Zigaretten an. In unserem hiesigen Schlosspark verletzte ein Durchgeknallter eine Gans mit dem Pfeil seiner Armbrust.

    Mehrfach wurde unser schöner Kasterer See von Vandalen heimgesucht. Der Schaden ist beträchtlich und die Stadt sieht sich nicht in der Lage unsere Natur vor diesen Leuten zu schützen, denen nichts mehr heilig zu sein scheint. Abwarten, ob der Appell unseres Bürgermeisters etwas verändert.

    In unserer Gegend gibt es eine ordentliche Population von Eisvögeln. Im letzten Jahr hatte ein Schwarzangler einen Eisvogel getötet. Der Vogel hatte sich in einer Angelschnur verheddert, konnte sich nicht mehr befreien und verendete im Gesträuch.