Rheinische Linoleum Werke Bedburg
Verschiedene Quellen

 

Wohl keine andere Firma hatte einen solch großen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt Bedburg wie die Linoleumwerke. „Vor dem Ersten Weltkrieg hatte das Werk 900 Beschäftigte – eine solche Firma könnten wir heute wieder gut gebrauchen“, bemerkte Bürgermeister Gunnar Koerdt mit einem Blick auf die Unternehmensgeschichte. 1897 gründete Adolf Silverberg die Rheinischen Linoleumwerke Bedburg, kurz RLB. Neben der ebenfalls durch die Initiative Silverbergs entstandenen Bedburger Wolle entwickelte sich die Linoleumproduktion schnell zu einem wichtigen Wirtschaftszweig in der Region, der die Stadt zur Blüte brachte und zahlreiche Neubürger anzog. „In der Zeit von 1861 bis 1910 steigen die Einwohnerzahlen von Bedburg, Lipp, Blerichen und Broich durch die industrielle Entwicklung von unter 1500 auf 3912“, weiß Stadtarchivar Uwe Depcik. Quelle Neugieriger Blick in die Firmenakten | Kölner Stadt-Anzeiger


Nach dem Sieg über Napoleon und dem Wiener Kongreß (1815) wurde aus der „Mairie“ die Bürgermeisterschaft Bedburg mit ihrem Bürgermeister Johann Wilhelm Huttanus. Als langjähriger Bürgermeister, der die Geschichte Bedburg entscheidend mit prägte, übernahm 1871 Arnold Kaumanns das Amt, das er 40 Jahre lang ausübte. In seiner Ära wurden unter anderem die Feuerwehr gebildet (1902), das Elektrizitätswerk gegründet und die elektrische Beleuchtung eingeführt (1901) und die großen Industrieunternehmen Bedburgs errichtet (1873 – 1894 die Wollfabrik aus mehreren Einzelunternehmen, 1897 die Rheinischen Linoleumwerke, 1883 die Zuckerfabrik). Prägend dafür war insbesondere die Familie Silverberg, deren Name eng mit der Industriegeschichte Bedburgs verbunden ist. Quelle
Ortschaft Bedburg


 

Neben dem vorliegenden Bestand existieren einige weiter, ergänzende Akten zu den RLB im Stadtarchiv Bedburg. Es handelt sich dabei um städtische Akten mit dem Betreff RLB. Darunter befinden sich vor allem Genehmigungen zu Bauvorhaben, aber auch um Geschäftsberichte aus den frühen Jahren von 1902 bis 1908, Untersuchungen von Arbeitsunfällen von der Firmengründung bis in die 1920er Jahre, eine Akte Beschäftigung von jugendlichen und weiblichen Arbeitern und um eine Dokument über die Aussperrung der Arbeiter der RLB 1921. Quelle
BestandsbeschreibungAbt58.doc


460 Seiten ist es stark, das Buch, das das Bedburger Stadtarchiv nun besitzt. Es ist ein so genanntes Findbuch, das den historischen Archivbestand der Rheinischen Linoleumwerke Bedburg systematisch nach Themen sortiert und katalogisiert aufzeigt. Insgesamt sind es 2000 Einträge, Pläne, Mustermappen und Fotos, die vom Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv zu Köln zusammengetragen wurden. Nur für den einen Zweck, es dem Stadtarchiv Bedburg zu übergeben. „Die Leute können im Findbuch blättern und über den Bedburger Stadtarchivar Uwe Depcik bei uns bestellen, was sie näher interessiert. Am nächsten Tag liegen dann die Akten zum Durchblättern bei uns bereit“, erklärte der Direktor des Wirtschaftsarchivs Ulrich Soénius bei der Übergabe Bürgermeister Gunnar Koerdt. Dieser freute sich ganz besonders über dieses Findbuch, weil es ihm die vielschichtige Geschichte der Familien Silverberg und Holtkott näher gebracht hat. „Das Beispiel Adolf Silverbergs zeigt eindrucksvoll, dass unternehmerisches Engagement und Risikobereitschaft Antriebsmomente für eine bessere Zukunft sein können. Tugenden, die gerade in der heute wirtschaftlich schwierigen Zeit nicht an Bedeutung und Aktualität verloren haben.“ Quelle
Ein Findbuch für die Stadt | Kölnische Rundschau


Quelle: https://goo.gl/8f6u62


Eine superinteressante und umfangreiche Story über die Hersteller und die Produktion von Linoleum

Eine Außenseiterposition nahmen die Rheinischen Linoleumwerke Bedburg (RLB) ein. Das 1897 gegründete und zeit seines Bestehens im Familienbesitz stehende Unternehmen blieb stets unabhängig von der restlichen Industrie. Im Dritten Reich übernahm die RLB mehrere Unternehmen aus jüdischem Besitz, darunter mit der Österreichischen Linoleum-, Wachstuch- und Kunstlederfabriken AG und des Prager Unternehmens Linoleum-Industrie Leopold Blum auch zwei Linoleum-Werke. In der Nachkriegszeit wurde das Unternehmen zum zweitgrößten deutschen Hersteller nach der DLW AG und beschäftigte bis zu 1100 Mitarbeiter.[34] Quelle
Linoleum – Chemie-Schule

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